Freitag, 24.02.2017
Hallgarten

Almonty Industries’ australischer Coup

Vor einigen Tagen hat Almonty Industries (WKN A1JSSD / TSXv AII) für Aufsehen gesorgt. Das australische Unternehmen, an dem die Entry Standard notierte Deutsche Rohstoff (WKN A0XYG7) aus Heidelberg mit 13,2 Prozent beteiligt ist, will 53 Prozent der Anteile an ATC Alloys Ltd. übernehmen. Die Gesellschaft war vor einer Umbenennung unter dem Namen Hazelwood bekannt. Zur Durchführung des Deals wird Almonty für 6 Millionen Dollar die Wolfram Camp Mine in ATC einbringen – wir berichteten. Der Clou des Deals, der allerdings zurzeit noch diverse Prüfungshürden nehmen muss: Mit der Übernahme sichert man sich die Mehrheit an ATCs Ferrowolfram-Produktionsanlage in Vietnam.

Auf der Wolfram Camp-Mine; Foto: Deutsche Rohstoff AG

Auf der Wolfram Camp-Mine; Foto: Deutsche Rohstoff AG

Den Experten von Hallgarten & Company gefällt der strategische Zug des kanadischen Unternehmens, das mit der Übernahme die Wertschöpfungskette entscheidend erweitert. Man habe weitere Almonty-Aktien gekauft, heißt es in einer Hallgarten-Mitteilung. Für die 150.000 Aktien wurden jeweils 0,33 Kanadische Dollar gezahlt.

Die Börse unterschätzt die Auswirkungen des ATC-Kaufs

Der Zukauf macht Sinn: Mit dem Kauf wäre Almonty Industries nämlich nicht „nur“ ein reiner Rohstoffförderer, sondern könnte die geförderten Erze gleich auf eigenen Anlagen weiterverarbeiten. Derzeit fördert man auf Wolfram Camp zwar nicht, weil Verbesserungsarbeiten an den Anlagen laufen. Diese aber sollen noch im ersten Halbjahr beendet werden. Es ist also nur eine Frage von Wochen, wann die Mine wieder Wolframkonzentrate liefern wird.

Hallgarten weist auf zwei Punkte hin, die nach Meinung der Experten am Markt derzeit unterschätzt werden: Mit der Übernahme bekäme Almonty Industries zum einen Zugriff auf die größte Produktionsanlage für Ferrowolfram, die sich außerhalb Chinas finden lässt. Zum anderen dürfte es, so lassen die Planungen vermuten, eine der modernsten Anlagen ihrer Art werden, wenn nicht sogar die modernste. Die erste Ausbaustufe der Anlage wird eine Kapazität von 4.000 Tonnen Ferrowolfram pro Jahr haben.

Übernahme sichert signifikante Synergien für Almonty

Auch für den Absatz des Ferrowolframs hat Almonty Industries bereits wichtige Entscheidungen getroffen. Über einen Zeitraum von fünf Jahren wird Wogen Resources Limited weltweit die Distribution des produzierten Ferrowolframs übernehmen. Der Almonty-Partner sei trotz eines relativ geringen Bekanntheitsgrades in der Öffentlichkeit einer der großen Namen der Branche unter den Händlern von Spezialmetallen, so Hallgarten in einem Statement.

Für Almonty Industries bedeutet die Übernahme wichtige Synergien. Der Deal könnte auch für Almontys Aktivitäten in Südkorea Auswirkungen haben – eventuell sei ein Zusammenschluss mit ATC der Weg, der vorgezeichnet sei, glaubt Hallgarten. Absehbar ist dagegen nach Meinung der Experten, dass die ATC-Mehrheitsübernahme aus Almonty Industries einen bedeutsamen Förderer von Wolfram mit nachgelagterten Verarbeitungskapazitäten mache. Positiv sei in dem Zusammenhang auch die Aufwärtsbewegung des Wolframpreises. Hallgartens Fazit zu Almonty: Mit diesem Deal könnte die chinesische Dominanz über dieses strategische Metall zu bröckeln beginnen.






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