Auch Barrick Gold nimmt Milliarden schwere Abschreibung vor
Der größte Goldproduzent der Welt Barrick Gold (WKN 870450) nimmt eine massive Abschreibung auf sein Kupfergeschäft vor und meldet so für das vierte Quartal 2012 einen Nettoverlust von 3,06 Mrd. Dollar. Nun will der Konzern gewichtige Veränderungen an seiner Strategie umsetzen.
Wie Barrick heute mitteilt, will man erst einmal keine neuen Minen mehr bauen und hat auch mehrere Expansionsprojekte auf bestehenden Minen auf Eis gelegt. So werden 4 Mrd. USD an eigentlich geplanten Investitionen gestrichen oder auf später verschoben, während das Unternehmen den Wert seiner Kupfersparte um 4,2 Mrd. USD nach Steuern nach unten korrigierte.
Barrick will zudem seine Overhead-Kosten allein in diesem Jahr um 100 Mio. USD senken, wobei der Konzern allerdings nicht näher erläuterte, wie man dieses Ziel erreichen könnte. CEO Jamie Sokalsky, jedenfalls erklärte, dass die Anleger nach einer fundamentalen Veränderung in der Goldbranche verlangen würden. Steigende Kosten, eine schlechte Kapitalzuweisung und das Streben nach Wachstum um jeden Preis hätten branchenweit zu sinkenden Bewertungen geführt, so Sokalsky.
Barrick habe bereits im vergangenen Jahr darauf hingewiesen, dass Veränderungen nötig seien und man gehe die notwendigen Maßnahmen verstärkt an, indem man sich auf das bestehende Geschäft konzentriere. Diese neue Ausrichtung basiere auf der Einsicht, dass Renditen die Produktion antreiben würden und nicht umgekehrt, so Sokalsky.
Sokalsky, bis dahin Barricks Finanzvorstand, ersetzte im Sommer CEO Aaron Regent und Barrick-Gründer Peter Munk bekam einen ehemaligen hochrangigen Goldman Sachs-Mitarbeiter zur Seite gestellt. Schon damals hatte Munk deutlich gemacht, dass die Aktionäre von der Kursperformance der Barrick-Aktie enttäuscht sind.
Seitdem aber ist die Aktie weiter gefallen. Anfang Juni notierte sie noch bei rund 45 CAD, während es zum gestrigen Handelsende nur noch 31,72 CAD waren. Aktuell liegt das Papier erst einmal knapp 2% im Plus.
Denn ohne die Abschreibung wies Barrick einen bereinigten Nettogewinn von 1,11 Mrd. USD oder 1,11 USD pro Aktie aus. Im Vorfeld befragte Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 1,05 USD pro Aktie gerechnet.
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