Mittwoch, 08.02.2012

Konkurrenzkampf
Börsen werben um IPO-Aspiranten aus der Mongolei

Die Mongolei wird für Investoren und Börsianer immer interessanter. Das Land glänzt vor allem mit seinen Rohstoffen. Ausländische Gelder sollen die Förderung dieser Schätze beschleunigen.

Das Oyu Tolgo-Projekt von Ivanhoe Mines in der Mongolei

Das Oyu Tolgo-Projekt von Ivanhoe Mines in der Mongolei

Von vielen Anlegern wird die Mongolei bisher kaum beachtet. Dabei ist das Land eine wahre Schatzkammer für Rohstoffjäger. In der mongolischen Steppe lagern Kupfer, Eisenerz, Gold, Kohle und andere wertvolle Rohstoffe. Eine Reihe von Großkonzernen hat die Möglichkeiten vor Ort erkannt und engagiert sich inzwischen in dem für viele noch unbekannten Land. Aufmerksamkeit erregten jüngst Ivanhoe Mines (WKN: 901508) und Rio Tinto (WKN: 852147), die die Oyu Tolgoi Mine erschließen wollen. Hier lagern riesige Mengen an Kupfer und Gold, der Wert geht in die Milliarden.

Doch auch lokale Firmen engagieren sich immer stärker bei den Explorationen vor Ort. Oft fehlt dafür jedoch das notwendige Geld, das vor allem aus dem Ausland kommen soll. Daher ist der Gang an die Börse für viele Unternehmenschefs eine attraktive Möglichkeit. Das bleibt am Markt nicht unbemerkt, vor allem asiatische Börsen buhlen derzeit um mögliche Börsengänge aus der Mongolei. Ein wahres Rennen um die Börsenkandidaten setzt ein, denn ein IPO bedeutet für die Dienstleister immer attraktive Umsätze.

Traditionell ist vor allem die Börse in Hongkong für Börsengänge aus der Mongolei prädestiniert. Hier finden die mongolischen Firmen eine weit gestreute Investorenschicht. Die traditionelle Nähe zu China erhöht die Attraktivität der dortigen Börse. Chinesische Investoren zeigen zudem großes Interesse an Investitionen in der Mongolei, da man gleichzeitig als Abnehmer für mongolische Rohstoffe fungiert. Allerdings hat die Börse in Hongkong inzwischen einen klaren Nachteil für IPO-Interessenten. Dort können keine reinen Explorationsunternehmen gelistet werden. Junge Firmen aus dem Land von Dschingis Khan können somit Probleme bekommen. Doch Alternativen bieten sich an.

Die koreanische Börse in Seoul hat inzwischen mehr als nur ein Auge auf Börseninteressenten aus der Mongolei geworfen. Aber ein Listing in Korea ist nicht ohne weiteres möglich. Zur Zeit des Listings muss das Unternehmen bereits über Einkünfte von 2 Milliarden Won, das entspricht 1,6 Millionen Dollar, verfügen. Ansonsten platzt der Börsentraum in Korea, bevor er überhaupt losgehen kann. Die ganz kleinen Börsenaspiranten finden dort demnach keine neue Heimat. Interessant ist die koreanische Börse dagegen für Unternehmen, die bisher im Staatsbesitz waren. Denn die mongolische Regierung macht deutlich, dass man an die Privatisierung verschiedener Firmen denkt, um frisches Kapital zu bekommen. Für solche Firmen ist die Einkunftsgrenze meist kein Problem.

Die Börse in Tokio kann für mongolische Unternehmen ebenfalls interessant sein. Doch japanische Investoren verbinden mit der Mongolei häufig ein Risiko. Psychologisch vorteilhaft ist es daher, wenn die Mongolen zuvor Partnerschaften mit japanischen Firmen eingehen. Das erhöht die Sicherheit und die Akzeptanz. Entsprechende Beispiele gibt es bereits am Markt. So ist das Telekomunternehmen Mobicom ein Joint Venture von Sumitomo (WKN: 860364) mit der mongolischen Newcom.

Nicht nur asiatische Börsen können für Börsenaspiranten aus dem Fernen Osten interessant sein. Selbst die Börse in London macht sich Hoffnung auf ein neues Geschäftsfeld. Ähnliches ist aus Australien zu hören. Das dortige Listing von Hunnu Coal (WKN: A0YKJM ) könnte für andere mongolische IPOs eine Art Initialzündung darstellen. Das Rennen ist demnach eröffnet, die Sieger stehen noch längst nicht fest.

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