Samstag, 11.02.2012

Analyse
Bullen-Szenarien am Metallmarkt

Nachdem sich zuletzt beim Goldpreis einige Unsicherheiten und fallende Kurse zeigten, rätselt man am Markt, wie sich der Feinunzenpreis weiter entwickeln wird. Wir blicken bei Gold und anderen Metallen einmal auf die aktuelle Lage.

Der Goldpreis wird im zweiten Halbjahr eher optimistisch gesehen

Der Goldpreis wird im zweiten Halbjahr eher optimistisch gesehen

Bisher messen viele Experten dem Goldpreisrückgang der letzten Tage keine große Bedeutung zu. „Gewinnmitnahmen“, heißt es am Markt. Angesichts deutlicher Gewinne in den Monaten zuvor, die die Feinunze verzeichnet hat, kein Wunder. Hinzu kommt, dass der Kurs Ende Juni an das obere Ende des Bollinger-Bandes gestoßen ist. Charttechnisch kommt es in solchen Lagen immer wieder zu Gewinnmitnahmen aufgrund überkaufter Marktverhältnisse – so auch beim Feinunzenpreis. Die Bewegung ist aus charttechnischer Sicht bisher als reine Konsolidierung anzusehen. Kurzfristig zentrale charttechnische Supports wie zum Beispiel der Bereich um 1.146 Dollar oder die Zone 1.162/1.170 Dollar sind bisher unangetastet geblieben. Darunter tauchen massive Unterstützungen unter anderem um 1.074 Dollar und oberhalb von 1.044 Dollar auf.

Diverse Experten bleiben in aktuellen Marktkommentaren tendenziell bullisch für den Goldpreis. Die Prognoseübersicht in einer aktuellen Marktstudie der Nord LB zeigt, dass sich der Goldpreis in den kommenden vier Wochen in einer Range zwischen 1.070 Dollar und 1.308 Dollar bewegen soll. Die Gewinnmitnahmen könnten laut diesem Szenario zwar weiter gehen, doch beinhaltet die Range auch den Ausbruch auf ein neues Verlaufshoch. Der Blick auf die längerfristigen Ziele zeigt einen Topwert bei 1.325 Dollar auf Sicht von sechs Monaten. Die Daten bestätigen eine jüngste Umfrage von Reuters, die ebenfalls die Erwartung steigender Kurse zum Ausdruck bringt. Das Analystenteam der Saxo Bank berichtet zwar von kleineren Abflüssen bei Gold-ETFs, allerdings sehe es so aus, als ob die meisten Investoren die Korrektur aussitzen wollen, heißt es in einem Marktkommentar der Bank.

Der Silberpreis hat zuletzt ebenso konsolidiert. Seit einigen Wochen verzeichnet der Preis eine volatile Bewegung, die sich grob zwischen 17 Dollar und einer Widerstandszone unterhalb von 20 Dollar abspielt. Hier kommt es zu teilweise schnellen Bewegungen, die große Teile der Range in Anspruch nehmen. Sollte sich der Silberpreis aus der Range verabschieden, kommt es zu übergeordnet wichtigen charttechnischen Signalen. Ein Ausbruch nach oben würde dem langfristigen Aufwärtstrend des Metalls, der seit dem Schlussquartal des Jahres 2008 besteht, eine weitere Etappe hinzufügen. Daran glaubt man unter anderem bei der Commerzbank, deren Rohstoff-Experten eine Silber-Notierung oberhalb von 20 Dollar erwarten. Ein Rutsch unter 17 Dollar würde dagegen charttechnische Abwärtsgefahren bringen, die den Kurs in Richtung 14,65 Dollar drücken könnten.

Fundamental bescheinigen Marktanalysten dem Kupfer sehr gute Aussichten. Wer die Nachfrage-Entwicklung nach dem Metall beurteilen will, sollte vor allem die Entwicklung auf den Neubaumärkten in China sowie den USA im Auge behalten – Kupfer gehört unter anderem beim Bau von Immobilien zu den sehr stark nachgefragten Materialien. Entwickelt sich die Bautätigkeit aufwärts, kann das ein wichtiger Mosaikstein für steigende Kupferpreise sein.

Aus charttechnischer Sicht ist das Metall ebenfalls in einer interessanten Lage. Die Notierung hat jüngst eine Widerstandsmarke überwinden können. Zu kurzfristigen Rückschlägen kann es kommen, wenn es am oberen Ende des Bollinger-Bandes zu einem Abbau der von diesem Indikator angezeigten sehr kurzfristig überkauften Lage käme. Bleibt die wieder bullische Lage intakt, könnte der Boden geebnet sein, der Kupfer wieder in Richtung der 8.000er-Marke steigen lässt.

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