Mittwoch, 08.02.2012

Schlechte Stimmung
China erleidet weiteren Rückschlag im Bemühen um australische Rohstoffe

Seit der Bergbauriese Rio Tinto den 19,5 Mrd. Dollar Deal mit der chinesischen Chinalco platzen ließ, herrscht dicke Luft in den Beziehungen zwischen Australien und dem Reich der Mitte. Und nun bekommt China bei seinem Bemühen, noch stärker im australischen Rohstoffsektor Fuß zu fassen, einen weiteren Dämpfer.

Eisenerz von Rio Tinto wird auf Schiffe verladen, in Cape Lambert Port, Pilbara, Australien

Eisenerz von Rio Tinto wird auf Schiffe verladen, in Cape Lambert Port, Pilbara, Australien

Die chinesischen Bemühungen sich einen größeren Teil der australischen Rohstoffe zu sichern, haben einen weiteren Rückschlag erlitten, da ein Bergbauunternehmen aus dem Reich der Mitte sein 400 Millionen Dollar schweres Gebot für eine Mehrheitsbeteiligung an einem Seltene Erden-Unternehmen vom fünften Kontinent fallen lassen musste. Gleichzeitig untersagte das australische Verteidigungsministerium eine andere chinesische Beteiligung an einer australischen Minenfirma aus Gründen der nationalen Sicherheit.

Der jüngste, gescheiterte Versuch der Chinesen, sich eine größere Beteiligung am australischen Rohstoffsektor zu sichern, belastet die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen China und Australien weiter. China ist Australiens größter Exportmarkt und der Handel zwischen den beiden Ländern hatte 2008 einen Wert von 53 Milliarden Euro. Doch die Beziehungen verschlechterten sich, als China einen australischen Minenunternehmer fest und Australien eine exilierten Anführer der uigurischen Minderheit aus China aufnahm.

China Nonferrous Metal Mining (Group) Co ließ das Gebot für die australische Lynas Corp auf, die das größte noch nicht entwickelte Vorkommen an Seltenen Erden ihr Eigen nennt, und beschwerte sich über die harten Bedingungen, die das australische Foreign Investment Review Board auferlegt hatte. Dieses verlangte, dass China Ninerrous weniger als 50 Prozent der Anteile an Lynas übernehme und zudem nur eine deutliche Minderheit der Sitze im Board des australischen Unternehmens.

Zudem erklärte das australische Verteidigungsministerium am heutigen Donnerstag, dass man ein geplantes Joint Venture zwischen Wugang Australia Resources, einer zu 100 Prozent im Besitz der staatlichen Wuhan Iron and Steel befindlichen Firma und der australischen Western Plains Resources nicht unterstütze. Durch diesen Deal hätten die Chinesen in einem Gebiet investiert, in dem sich auch ein Raketentestgelände befindet. Ohne die Unterstützung des Millitärs ist eine Genehmigung des Deals quasi unmöglich.

Die Entscheidungen kommen zu einem Zeitpunk, da die Beziehungen der beiden Staaten ohnehin angespannt sind, da China einen Manager des anglo-australischen Bergbaukonzerns Rio Tinto festnahm und ihn der Industriespionage beschuldigte. Die chinesische Regierung zeigt sich zunehmend dünnhäutig in den Beziehungen zu Australien, seit ein geplanter, 19,5 Milliarden Dollar schwerer Deal zwischen der staatlichen, chinesischen Chinalco und Rio Tinto auseinanderbrach, nachdem Rio Tinto, auch unter dem Druck der öffentlichen Meinung, die Transaktion absagte. Zudem untersagte die australische Regierung bereits im April ein Gebot der chinesischen Minmetals in Höhe von 2,26 Milliarden Dollar für die hochverschuldete OZ Minerals aus Gründen der nationalen Sicherheit, da die Hauptmine des Unternehmens in der Nähe des bereits erwähnten Testgeländes lag. Im Nachhinein wurde ein Deal abgeschlossen, ders Minmetals erlaubte, die anderen Minen von OZ zu erwerben.

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