Montag, 29.08.2016
Nur geringer Rückgang gegenüber Rekordjahr 2013

Chinesische Goldnachfrage geht Richtung 2.100 Tonnen

Die Goldentnahmen von der Shanghai Gold Exchange haben mittlerweile – zum 14. November – 1.761 Tonnen erreicht und die wöchentlichen Entnahmen (entsprechen der Goldnachfrage in China) seit den Ferien in China Anfang Oktober liegen klar über 50 Tonnen pro Woche. Das bedeutet, die chinesische Goldnachfrage scheint auf dem besten Weg, die Marke von 2.000 Tonnen abermals deutlich zu übertreffen, wenn man davon ausgeht, dass es so oder so ähnlich weitergeht.

Goldbarren; Foto: Barrick Gold

Goldbarren; Foto: Barrick Gold

Historisch betrachtet sind November und Dezember starke Monate der chinesischen Goldnachfrage im Vorfeld des chinesischen Neujahrs, das dieses Mal auf den 19. Februar 2015 fällt. Was darauf hindeutet, dass die chinesische Goldnachfrage im Januar und auch in der ersten Februarhälfte hoch bleiben sollte.

Sollte das derzeitige wöchentliche Nachfrageniveau bestehen bleiben – in den vergangenen sechs Wochen lag es zwischen 47 und 68 Tonnen Gold – dann könnte auf Jahressicht eine Nachfrage von rund 2.100 Tonnen Gold zusammenkommen. Was nur geringfügig unter dem Rekord des vergangenen Jahres liegt, den die China Gold Association mit 2.199 Tonnen angab. Das bedeutet, dass die tatsächliche chinesische Goldnachfrage weit über den Werten liegt, die der World Gold Council und Thomson Reuters schätzten.

Das bedeutet entweder, dass letztere die chinesische Nachfrage unterschätzen oder die Chinesen ihre Gesamtzahlen übertreiben, was wir für unwahrscheinlich halten. Und sollte die Marke von 2.100 Tonnen erreicht werden, bedeutet das, dass die chinesische Goldnachfrage 2014 nur ca. 5% unter dem Rekordniveau des Vorjahres liegt. Weit entfernt von den Horrorszenarien, die die Mainstreammedien gezeichnet haben.

Hinzu kommt, dass die indische Nachfrage deutlich über der des Vorjahres liegt. Sie mag in Wirklichkeit nicht höher liegen als in China wie auf Basis der WGC-Zahlen kürzlich in den Medien berichtet wurde, doch verbrauchen diese beiden Länder allein mehr Gold, als weltweit im Jahr abgebaut wird. Hier dürften die Zahlen des WGC stimmen, die aufzeigen, dass die globale Minenproduktion noch steigt und dieses Jahr leicht über 3.100 Tonnen Gold liegen dürfte.

Aber das dürfte dann auch der Höhepunkt der Goldproduktion gewesen sein, sollte der Goldpreis nicht auf einmal gewaltig anziehen. Denn zahlreiche neue Goldprojekte wurden angesichts des niedrigen Goldpreises aufgegeben oder zumindest erst einmal auf Eis gelegt. Und sollte Gold noch länger auf diesem Niveau verweilen, dürften noch mehr Minen mit zu hohen Kosten geschlossen werden. Hinzu kommt, dass die Gehalte weltweit sinken und die bestehenden Reserven bei einigen Großminen langsam ausgebeutet sind, sodass wir erwarten, dass die Minenproduktion von Gold in den kommenden Jahren sinken wird.

Und natürlich sind Indien und China nicht die einzigen Länder, die Gold konsumieren. Wie wir gestern erst berichteten, hat Russland nach Angaben der Zentralbank dieses Jahr bereits 150 Tonnen Gold gekauft (Russland kauft weiter im großen Stil Gold http://www.goldinvest.de/index.php/russland-kauft-weiter-im-grossen-stil-gold-31726). Und auch in vielen anderen Ländern Asiens ist die Goldnachfrage Berichten zufolge vergleichsweise hoch.

Und dennoch bleibt der Goldpreis schwach, auch wenn er sich von den Tiefs Anfang des Monats ein wenig erholt hat. Eigentlich deuten die Fundamentaldaten wie oben ausgeführt an, dass der Goldpreis steigen sollte, doch wie es aussieht, kontrolliert der Papiergoldmarkt des Westens (Futures / Optionen) weiterhin den Preis.

Doch da Gold nun schon seit Längerem aus den westlichen Lagerhäusern nach Osten wandert, vermuten wir, dass die Möglichkeit den Preis zu kontrollieren ständig geringer wird. Das bedeutet nicht, dass es für Goldanleger nicht noch schlimmer werden könnte, aber wenn einmal der tatsächliche Wendepunkt erreicht ist, könnte die Erholung des Goldpreises schnell und sehr stark ausfallen – insbesondere angesichts der knappen Bestände physischen Goldes im Westen. Wie immer ist der richtige Zeitpunkt aber sehr schwer zu bestimmen.






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