Samstag, 11.02.2012

Übernahmekampf
Der Ton in Sachen Potash wird schärfer

In China sorgt man sich, dass die BHP-Offerte für Potash die eigenen Geschäfte beeinflussen könnte. Der Ton zwischen BHP und Potash wird in der Zwischenzeit immer schärfer.

Potash - Der Ton wird schärfer

Potash - Der Ton wird schärfer

Noch immer ist völlig unklar, ob chinesische Unternehmen sich aktiv in den Übernahmekampf um Potash Corp (WKN: 878149) aus Kanada einschalten werden. Die Rolle des „weißen Ritters“ bei der Schlacht um den größten Kaliproduzenten der Welt ist weiter nicht vergeben. Chinesische Medien berichten jedoch, dass sich staatliche Behörden und die Unternehmensführung der Sinochem Gruppe über die Angelegenheit unterhalten haben. Das Resultat mag überraschen. Zu einer direkten Unterstützung wird nichts gesagt, dafür gibt es Überlegungen, ob man eine kartellrechtliche Prüfung einleiten soll. Offenbar haben die Verantwortlichen große Angst, dass ein Zusammenschluss von BHP Billiton (WKN: 850524) mit Potash für die eigene Wirtschaft gefährlich werden könnte. Gleichzeitig wollen die Chinesen noch einen anderen Zusammenschluss genau unter die Lupe nehmen. Nicht genannte Quellen berichten, dass die Behörden das Zusammengehen der russischen Kaliunternehmen Uralkali (WKN: A0LBTV) und Silvinit ebenfalls prüfen wollen.

Analysten ist klar, dass die chinesischen Stellen keine weitere Konzentration auf dem Kali-Markt sehen wollen. Dies könnte sich nämlich negativ auf die Düngerpreise auswirken. Einige Marktbeobachter erwarten daher entsprechende Gegenmaßnahmen. So könnte die Sinochem durchaus in den Übernahmefight mit einem eigenen Angebot einsteigen. Hier gibt es jedoch schon warnende Stimmen aus Kanada. Die dortigen Behörden müssen zustimmen, wenn Potash an einen ausländischen Investor verkauft wird. Die Regierungsstellen der verantwortlichen Provinz von Saskatchewan machen bereits deutlich, dass sie sehr beunruhigt wären, wenn ein chinesischer Staatsfonds oder eine staatseigene Firmen Teile von Potash erwerben würden. Ein glattes Durchwinken der Aktion scheint somit nicht sehr wahrscheinlich.

Gleichzeitig wird der Ton zwischen Potash und BHP Billiton aggressiver. Potash wirft dem Rivalen vor, höchst unethisch zu handeln. Angeblich haben Manager aus der oberen Führungsebene sich telefonisch an Kunden von Potash gewandt. Dabei sollten wohl, so die Interpretation von Potash, Samen des Zweifels und der Verwirrung gestreut werden. Bei BHP lehnt man einen Kommentar zu der Affäre ab.

Etwas gesprächiger ist man bei BHP dagegen bei einem anderen Thema. Zuletzt hieß es, dass die Australier nach einem Kauf sofort Teile von Potash weiterveräußern wollten. Für die Sparten Stickstoff und Phosphat interessierte sich bereits Agrium (WKN: 886256) aus Kanada. Im Besitz von Potash sind zudem noch einige Minderheitsbeteiligungen. So hält Potash 14 Prozent am sechstgrößten Kalihersteller der Welt, der Israel Chemicals (WKN: 902166). 28 Prozent beträgt der Anteil an Arab Potash (WKN: 911455) aus Jordanien und 22 Prozent werden an Sinofert (WKN: A0LGK6) gehalten, einer Tochter von Sinochem aus China.

Analysten sind überzeugt, dass sich BHP nicht mit Minderheitsbeteiligungen zufrieden geben wird. Diese könnten demnach zur Disposition stehen. Doch der Kaufinteressent gibt zunächst Entwarnung. Man habe in diesem Augenblick keine Pläne, sich von irgendwelchen Anlagen von Potash zu trennen. Nicht ganz unbedeutend könnte dabei der Hinweis auf die augenblickliche Situation sein.

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