Donnerstag, 29.09.2016
Größte deutsche 3D-Seismik der letzten zehn Jahre abgeschlossen

Deutsche Rohstoff AG – Datengrobauswertung deutet mehrere Öl- und Gasvorkommen an

Insgesamt 672 Quadratkilometer in Deutschland untersuchte die Rhein Petroleum GmbH, an der auch die Deutsche Rohstoff AG (WKN A0XYG7) beteiligt ist, mit einer 3D-Seismikkampagne auf Öl- und Gasvorkommen. Die umfangreichen Arbeiten wurden nun erfolgreich abgeschlossen, wobei auch Budget- und Zeitplan eingehalten werden konnten. Die vorläufige Betrachtung der gewonnenen Daten erscheint viel versprechend.

Das ehemalige Ölfeld Arlesried

Das ehemalige Ölfeld Arlesried

Denn wie Dr. Michael Suana, Geschäftsführer der Rhein Petroleum, erklärte, deuten sich nach der Grobauswertung der Daten gleich mehrere möglicherweise Öl und/oder Gas enthaltende Strukturen – auch größeren Umfangs – an. Jetzt werden die gewonnen Daten genau ausgewertet und auf Basis der dann vorliegenden Erkenntnisse ein Bohrprogramm entworfen. Bei Rhein Petroleum geht man davon aus, dass dieses noch in diesem Jahr anlaufen sollte.

Das Unternehmen hatte die Messungen Anfang September 2011 im Lizenzgebiet „Mindelheim“ im Unterallgäu begonnen, wo eine Fläche von 157 km2 nordöstlich von Memmingen untersucht wurden. In diesem Gebiet befindet sich das ehemals größte bayerische Ölfeld Arlesried, das zwischen 1964 und 1994 rund 14 Mio. Barrel förderte. Das Feld verfügt über signifikantes Restpotenzial, das mit der heutigen Technik wirtschaftlich erschlossen werden könnte. In der Umgebung von Arlesried werden darüber hinaus weitere nicht komplett ausgebeutete sowie bisher unentdeckte Vorkommen vermutet. Rhein Petroleum konnte die Vermessungsarbeiten hier im November 2011 abschließen.

Im Hessischen Teil des Oberrheingrabens, im Lizenzgebiet „Nördlicher Oberrhein“, begann die Vermessung Ende Oktober 2011. Im 245 km2 großen Gebiet entlang des Rheins dauerten die Arbeiten bis Ende März 2012. Es handelt sich um ein Gebiet, das ebenfalls einige Altfelder enthält, unter anderem Stockstadt. Diese Felder förderten zwischen 1952 und 1994 aus 47 Bohrungen rund 7 Mio. Barrel Erdöl. Auch hier vermutet man in der Umgebung der Altfelder bisher unentdeckte Vorkommen.

Die dritte Untersuchung im Lizenzgebiet „Karlsruhe-Nord“ und „Graben-Neudorf“ wurde erst Anfang Januar 2012 aufgenommen und am 16. Mai abgeschlossen. Die Vermessung auf den beiden Lizenzen umfasst eine Fläche von 270 km2. Vor allem in diesem Gebiet werden weitere „Speyer-ähnliche“ Ölfelder vermutet. In Speyer wurde vor wenigen Jahren durch Zufall bei einer Geothermiebohrung das bisher größte süddeutsche Ölfeld entdeckt, das mittlerweile in Produktion gegangen ist und nach Angaben der Betreiber über förderbare Reserven von 50 Mio. Barrel Öl verfügt.

Interessant ist, dass Rhein Petroleum für die Lizenzgebiete Mindelheim und Karlsruhe-Nord Partnerschaften mit Wintershall bzw. GDF SUEZ abgeschlossen hat. Beide Großunternehmen hatten Rhein Petroleum die Durchführung für die 3D-Seismik überlassen – ein klarer Vertrauensbeweis.

Natürlich wird es noch eine ganze Weile dauern, bis die Daten aus der umfangreichen 3D-Seismik ausgewertet sind und die ersten Bohrungen erfolgen. Auch dann besteht – trotz der zu erwartenden hohen Qualität der Daten – selbstverständlich keine Garantie darauf, dass wirtschaftlich nutzbare Ölvorkommen gefunden werden. Wir schätzen die Chancen allerdings als vergleichsweise gut ein. Sollten die Bohrungen – bzw. ein Teil von ihnen – Treffer sein, dürfte die Produktion allerdings schnell anlaufen, was einer der Vorteile der Öl- und Gasförderung ist. Wir gehen davon aus, dass dann eine schöne Summe auch für die Deutsche Rohstoff AG abfällt.

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