Samstag, 11.02.2012

Neue Studie
Deutschland größter Privatanleger in Gold

In der neuesten Auflage der Untersuchung „Gold Demand Trends“ des World Gold Council, die von den Experten von GFMS Ltd. zusammengestellt wurde, deutet sich eine ganze Reihe von Faktoren an, die den Goldpreis in den kommenden Monaten stützen sollten. Der übliche, saisonale Anstieg der Schmucknachfrage von jetzt bis zum Jahresende und darüber hinaus wird durch die anhaltende Skepsis vieler Investoren in Bezug auf den Euro gestärkt, während vieles spekulative Position seit Kurzem neutral geworden sind.

Goldbarren von der Jerritt Canyon-Liegenschaft von Yukon-Nevada Gold

Goldbarren von der Jerritt Canyon-Liegenschaft von Yukon-Nevada Gold

Langfristig, so die Experten weiter, werden sich die jüngsten Entwicklungen in China positiv für den Goldpreis auswirken. Die chinesische Regierung arbeite an Möglichkeiten die Entwicklung eine einheimischen Goldmarktes voranzutreiben, was das gigantische Nachfragepotenzial nach Gold im Reich der Mitte entfesseln könnte.

Die Schlüsselzahlen des Berichts zeigen, dass die Goldkäufe europäischer Investoren von 7% 2007 auf 40% im vergangenen Jahr gesteigen sind und 2010 35% der Käufe des Sektors ausmachen. Das bedeutet, dass die europäische Investmentnachfrage aus dem privaten Bereich von Quartal zu Quartal um 115% stieg und im zweiten Quartal 85 Tonnen des gelben Metalls ausmachte. Die US-Investoren hatten ein eher ruhiges erstes Quartal, kamen aber im zweiten startk zurück und kauften insgesamt 30 Tonnen Gold nach 15 Tonnen in den drei Monaten zuvor.

Die europäische Nachfrage konzentrierte sich erneut auf die deutschsprachigen Länder (wobei WGC darauf hinweist, dass sich dies auf den Ort der Transaktion und nicht notwendigerweise auf den Aufenthaltsort des Käufers bezieht), wo Deutschland mit 59% im Jahresvergleich den größten Anstieg verzeichnete, während die Schweiz um 19% zulegte. Deutschland sei zudem mitt 44 Tonnen zum größten Käufer von für private verfügbaren Goldinvestmentprodukten geworden – vor Indien (42 t) und China (36 t).

Die in China nachgefragten 36 Tonnen des zweiten Quartals stellten dabei ein Anstieg von 121% dar, da Anleger verstärkt auf Gold als Absicherung gegen die schwache lokale Währung und die Immobilienmärkte setzten und auf den steigenden Goldpreis und die umfassende Berichterstattung darüber reagierten.

Insgesamt erreichten die Investments in Gold aus dem privaten Bereich im zweiten Quartal 243 Tonnen, was einen Anstieg um 42 Tonnen im Quartal ider von 54 Tonnen bzw. 29% gegenüber dem zweiten Quartal 2009 darstellt. Im ersten Halbjahr nahm dieser Sektor 445 Tonnen Gold auf, wovon mehr als 296 Tonnen in ETF flossen.

ETF-Aktivitäten waren im zweiten Quartal sehr stark 291 Tonnen nach nur 5 Tonnen im ersten Quartal. Das war das zweitstärkste Quartal überhaupt seit den 465 Tonnen im ersten Quartal 2009. Damit erreichten die ETF Goldbestände einen neuen  Rekord von 2.042 Tonnen im Wert von 81,6 Mrd. Dollar.

Die Schmucknachfrage wurde von Indien dominiert, mit 123 Tonnen oder 30% des globalen Bedarfs. Im ersten Quartal waren es nur etwas stärkere 32%. Auf Platz Zwei lag China mit 75 Tonnen oder 18% der Gesamtschmucknachfrage. Diese ging insgesamt um 14% auf 65 Tonnen zurück. Die Schmucknachfrage in der ersten Jahreshälfte erreichte 882 Tonnen nach 760 Tonnen im ersten Halbjahr 2009 und 972 Tonnen in der ersten Hälfte 2008.

Die gesamte bekannte Nachfrage nach dem gelben Metall erreichte so im zweiten Quartal 1.050 Tonnen gegenüber 770 Tonnen im zweiten Quartal 2009 und 782 Tonnen im ersten Quartal dieses Jahres – vor allem getrieben von der ETF-Nachfrage.

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