Freitag, 18.05.2012

Miriam Kraus in Rohstoff Daily
Die Notenbanken im Fokus

Miriam Kraus - Redaktion Investor Verlag

Miriam Kraus - Redaktion Investor Verlag

Und heute hat die nächste Notenbank klar gemacht, dass sie uns auf lockerem Kurs halten will. Die FED wird ihre Niedrigzinspolitik bis ins Jahr 2014 beibehalten. Währenddessen gerät die EZB zusehends in die Schusslinie, als Gläubiger der Griechen und Angie fühlt sich in Davos überfordert.

FED-Freude

Ich glaube nach wie vor, dass dieses Jahr ganz vehement das Jahr der Notenbanken wird und werden muss. Die Politik ist ein sehr instabiler Ast im System und wenig verlässlich (aber das weiß man mittlerweile ja schon). Wer dagegen mit starkem Arm agieren kann (und deswegen eben leider auch muss) sind die Notenbanken.

Die EZB macht es bereits in Europa vor, mit der Ausgabe von Liquidität, der Senkung der Sicherheitsanforderungen für Banken, der Senkung von Zinsen und dem Aufkauf von Staatsanleihen.

Und auch die FED will sich nicht lumpen lassen: Operation Twist wird weitergeführt und außerdem hat die FED heute bekannt gegeben, man werde die Niedrigzinsen nun bis 2014 beibehalten.

Wirklich interessant aber sind die Statements, welche die FED zusätzlich abgegeben hat. Trotz der überraschend robuster als erwarteten Erholung zuletzt, hat die FED ihren Ausblick für dieses Jahr gesenkt. So geht sie nun nur noch von einem US-Wirtschaftswachstum von 2,2-2,7% in diesem Jahr aus, anstelle von 2,5-2,9%. Weiterhin hält sie die Teuerungsraten für "gedämpft" und die Aussichten für den Arbeitsmarkt für schwach.

Ja, die FED bereitet sich augenscheinlich darauf vor, ihre lockere Rolle in diesem Jahr weiter auszuspielen und die Wetten steigen, dass die FED in diesem Jahr noch weitere Lockerungsmaßnahmen durchführen wird.

Warum auch nicht, die Chinesen machen es ja auch!

EZB im Kreuzfeuer

Derweil ist nun so manchem im Dauerverhandlungseifer der Griechen und ihrer Gläubiger aufgefallen, dass auch die EZB ein Gläubiger der Griechen ist. Schätzungsweise hält sie aktuell griechische Staatstitel im Wert von 50 Milliarden Euro in den Büchern.

Nur, bislang geht es bei den Umschuldungsgesprächen ja nicht um die öffentlichen Gläubiger. Freiwillig verzichten sollen nur die privaten Gläubiger. IWF-Chefin Lagarde sieht das jetzt aber anders. Vermutlich ist ihr klar geworden, dass die Griechen nur mit dem Forderungsverzicht der Privaten trotzdem nicht weit kommen. Deshalb fordert sie nun mehr Unterstützung seitens der Öffentlichen, also auch seitens der EZB.

Das dürfte dann zumindest auch den Hedge-Fonds, die gerne gegen die Freiwilligkeit klagen wolle, ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen.

Nun ja, die EZB selbst ist freilich nicht besonders angetan von der Idee...man wird sehen...

...denn der springende Punkt ist, die Griechen stecken ewig im Dilemma und wenn mit ihnen keine freiwillig umschuldet, dann müssen sie am Ende zwangsweise umschulden, was dann nicht nur alle Gläubiger betrifft, sondern auch alle Gläubiger eventuell sogar härter treffen könnte...

Zu Teil 2: Derweil tut Angie das, was sie immer tut...






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1 Antworten »

  1. Vor lauter sinnloser retterei haben alle Eitelkeiten noch nicht gerafft, dass dieses korrupte Finanzsystem keinen pfifferling mehr Wert ist. Wir dürfen gespannt sein, wann uns die verlogene politik mit der Wahrheit daherkommt.

Leserkommentare

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