Samstag, 25.03.2017
pro Aurum TV

Dirk Müller und Prof. Max Otte in pro aurum TV über Gold, Bargeldverbot und die Aktienmärkte

Das Goldhaus von pro aurum in München

Das Goldhaus von pro aurum in München

Die Lage an den Märkten ist schlimmer als 2008. Niedrigzinsen, Brexit, Konjunktursorgen – die Finanzwelt ist in Aufruhr. Die Börsen kommen weiterhin nicht nachhaltig auf die Beine, der Ölpreis hat einen Zickzackkurs eingeschlagen. Und Gold wird wieder zum „sicheren Hafen“. pro aurum TV hat sich auf dem Anlegertreffen von Dirk Müller im Heidelberger Schloss umgehört – und es gab kaum einen Besucher auf der von „Mister Dax“ ausgerichteten Veranstaltung, der gegenüber Gold nicht positiv eingestellt ist.

Und auch der Gastgeber erwartet goldene Zeiten für Edelmetallanleger: „Ich glaube an das Comeback von Gold. Wir haben eine schöne Bodenbildung gesehen, auf die wir seit Jahren warten. Jetzt ist sie nachhaltig, wir beobachten derzeit eine Aufwärtsbewegung.“ Auch der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Max Otte beobachtet eine Bodenbildung bei Gold und glaubt, dass das Edelmetall schon bald in den Steigflug übergehen könnte. „Es könnte die letzte Chance sein, zu diesen Kursen dranzukommen. Dass der Goldpreis deutlich weiter fällt, halte ich eher für ausgeschlossen.“

Im Gespräch mit pro aurum TV geht Dirk Müller auch auf die Großwetterlage an den Märkten ein. Die Risiken sind nach seiner Einschätzung viel größer und vielfältiger als 2008. Während damals „nur“ eine platzende Immobilienblase die Märkte erschüttert habe, kämpfe Europa nun mit einer Flüchtlingskrise, dem drohenden Brexit, dem dauerhaften Sorgenkind Griechenland, der weiterhin nicht gelösten Eurokrise und dem Nahostkonflikt. Müller wirft jedoch ein, dass ein katastrophaler Crash nicht unmittelbar bevorstehen muss. Dieser könne sich auch verschieben, wenn beispielsweise die Konjunktur in China überraschend wieder anzieht oder der Ölpreis stabilisiert wird. Diese Einschränkungen machen aber deutlich, dass inzwischen nichts mehr sicher ist an den Märkten. Deshalb empfiehlt Dirk Müller, jeden Tag neu zu schauen, investiert zu sein, aber Risiken bewusst abzusichern.

An der Politik der Notenbanken üben die Referenten des Anlegertreffens drastische Kritik: Dirk Müller bezweifelt im Gespräch mit pro aurum TV, dass die ständigen Eingriffe das System retten können. Er hält eine nachhaltige Zinswende in den USA für ausgeschlossen und erwartet eher, dass die Fed bis zum Jahresende in eine vierte geldpolitische Lockerung einsteigt. Höhere Leitzinsen könne sich die wichtigste Wirtschaftsnation der Welt aufgrund ihres massiven Schuldenbergs schlichtweg nicht leisten. „Inzwischen wird ernsthaft über Helikoptergeld diskutiert, Staaten entschulden sich durch Kreditaufnahme“, zählt Müller auf und befürchtet, dass den Notenbanken noch weitere zweifelhafte Werkzeuge einfallen. „Aber es wird das System nicht retten, irgendwann glaubt niemand mehr dran, dann haben wir eine hässliche Situation.“

Eine andere, ähnlich hässliche Situation wurde beim Anlegertreffen in Heidelberg hitzig diskutiert: Eine mögliche Abschaffung des Bargeldes. „Das ist eine ganz schlimme Sache“, resümiert Max Otte, Wirtschaftsprofessor und Investmentstratege, gegenüber pro aurum TV. Eine völlige Abschaffung des Bargeldes werde es nicht geben – „aber wir werden Bargeld mehr und mehr aus dem täglichen Leben verschwinden sehen“. Die Folge sei ein Kontrollstaat, in dem Sparer zu Geißeln der Banken werden. Auch Dirk Müller hält Bargeld für gedruckte Freiheit, weil man damit einem Negativzins ausweichen könne. „Ohne Bargeld bin ich dagegen gezwungen, mein Geld einer Bank zu leihen, selbst wenn sie mir weniger zurückzahlt. Wenn die Bank pleitegeht, kann sie auf mein Geld zugreifen sowie Gebühren für elektronische Zahlungsmittel verlangen“, befürchtet Müller.






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