Samstag, 11.02.2012

Spannung an den Rohstoffmärkten
Ein Blick über die Metallmärkte

Die Ausgangslage verspricht im neuen Monat Spannung an den Rohstoffmärkten. Die Finanzprobleme in Europa, die Frage nach einer Fortsetzung des Konjunktur-Aufschwungs und der Krisenherd Nahost hinterlassen ihre Spuren bei Edel- und Basismetallen. Wir haben uns ein wenig umgeschaut.

Eine Feinunze Gold

Eine Feinunze Gold

Das schillerndste Metall unter allen ist Zweifels ohne der Goldpreis. Die wichtigsten Einflussfaktoren dürften in der kommenden Zeit vor allem die weiteren Ereignisse in Europa rund um den Euro und die Staatsverschuldungen sein. Hier drohen weitere Turbulenzen, die den Status der Feinunze Gold als sicherer Hafen unterstreichen dürften. Der Markt spielt derzeit weiter das Szenario anhaltender europäischer Probleme. Der Euro fällt, Gold und Dollar steigen. Dass nach der blutigen israelischen Militäraktion gegen einen Schiffskonvoi mit Hilfsgütern für den Gaza-Streifen im Nahen Osten der alte Konfliktherd neu aufflammen könnte, dürften die Märkte per Saldo auch eher „pro Goldinvestment auslegen.

Aus charttechnischer Sicht ist der Goldpreis indes weiter in einer intakten Aufwärtsbewegung. Daran ändert auch nichts, dass sich die Notierung des Feinunzenpreises derzeit etwas unterhalb des im Mai erreichten Verlaufshochs befindet. Die zwischenzeitliche Konsolidierung endete an einer Unterstützungszone und ist mittlerweile fast komplett wieder aufgeholt. Der übergeordnete Trend des Gold-Charts weist weiterhin klar nach oben. Ein Ausbruch über das bisherige Verlaufshoch wäre trendbestätigend.

Aus charttechnischer Sicht sieht der Blick auf den Silberpreis nicht viel anders aus. Die Notierung war zuletzt im Zuge einer technischen Konsolidierung zurück gekommen, bleibt aber in einer übergeordnet intakten Aufwärtsbewegung. Der Weg bis zum bisherigen Verlaufshoch ist, in Prozenten gemessen, noch etwas länger als beim Goldpreis, aber auch hier bestehen aus derzeitiger Sicht Chancen auf ein trendbestätigendes Breaksignal. Auf dem Weg dahin sind mehrere kleinere Trading-Hürden zu überwinden.

Experten sehen für das konjunktursensitivere Edelmetall Potenzial. Hintergrund ist unter anderem das heutige Preisverhältnis zum Gold im Vergleich zu historischen Werten. Zudem geht man am Markt davon aus, dass Anleger weiter einen größeren Teil des Silberangebotes aufnehmen werden. Die Analysten von BMO gehen davon aus, dass sich Silber besser als andere Metalle entwickeln wird.

Ganz anders präsentiert sich die technische Lage für den Kupferpreis. Hier müssen Trader derzeit aufpassen, dass die Notierung für das Industriemetall nicht erneut in Richtung der Tiefs aus dem Februar dieses Jahres zurück fällt. Ein Rutsch hierunter würde das Chartbild klar zugunsten der „Bären“ verschieben und weitere Abwärtspotenziale freisetzen.

Ähnlich sieht es im Chartbild des ebenfalls sehr konjunktursensitiven Preises für Aluminium aus. Dabei ist der Kurs hier wesentlich näher an einem charttechnischen Verkaufssignal. Jüngst rutschte der Aluminium-Kurs bereits unter das Tief aus dem Februar, hält sich aktuell aber knapp oberhalb der Marke. Wird die Zone um 1.950 US-Dollar unterschritten, könnte die nächste Auffangzone erst im Bereich um 1.800 US-Dollar zu finden sein. Erst ein anstieg über den Bereich um 2.100 Dollar bringt die Bullen zumindest kurzfristig wieder an das Ruder zurück.

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