Dienstag, 31.05.2016
Lehren aus dem Hype

Ein frischer Blick auf die ausgebombten Seltenen Erden

Die Furcht, China könnte seine Dominanz bei Seltenen Erden missbrauchen, hat zwischen 2009 und 2012 den Preis für REO (Rare Earth Oxides) explodieren lassen und weltweit zum Beginn von hunderten Projekten und zur Gründung von fast ebenso vielen Seltene-Erden-Firmen geführt. Dieser Hype ist längst vorbei.

Seltene Erden-Proben; Foto: Lynas Corp.

Seltene Erden-Proben

Alle Marktteilnehmer, die Firmen selbst, die Investoren aber auch die Industrie haben seitdem erkannt, dass die kommerzielle Produktion von Seltenen Erden wesentlich komplexer und kapitalintensiver ist, als die von herkömmlichen Rohstoffen wie Zink, Kupfer oder Gold. Die anhaltenden Schwierigkeiten der einst gefeierten Börsenstars Molycorp. (Mountain Pass) und Lynas (Mount Weld) illustrieren diese These anschaulich. Wenn schon die Großen der Branche ins Straucheln geraten – welche Chance haben dann Explorationsgesellschaften? Viele Investoren haben aufgrund der empfundenen Intransparenz und Unsicherheit dem Sektor den Rücken gekehrt. Dabei wissen wir heute mehr denn je, worauf es bei Seltenen Erden ankommt. Es lohnt sich daher, gerade jetzt einen frischen Blick auf die Fundamentaldaten zu werfen.

Derek Hamill, Analyst von Zimtu Capital Corp., hat in seiner jüngsten Studie zum Thema „Seltene Erden“ die wesentlichen Erkenntnisse zusammengetragen, die über den Erfolg oder Misserfolg von Seltene-Erden-Projekten entscheiden – ganz gleich in welchem Stadium sie sich befinden. (Die vollständige Studie finden Sie hier.) Seine zentrale These lautet, dass - anders als anfangs vermutet - die Seltenen-Erden-Gehalte nur zu einem geringen Teil über den Erfolg eines Projekts entscheiden. Bei Seltenen Erden komme es viel stärker auf die richtige Mineralogie, die günstige Metallurgie und die einfache chemische Aufbereitung an.

Einfach ausgedrückt: Seltene Erden haben mehr mit Chemie als mit Bergbau zu tun! Commerce Resources Corp., an der Zimtu mit mehr als 4 Mio. Aktien beteiligt ist, hat nach Dereks Auffassung insbesondere auf die wichtigen chemischen Fragen die richtigen Antworten parat. Auch das könnte ein Grund sein, warum das Unternehmen anders als die meisten Wettbewerber nach wie vor in der Lage ist, frisches Geld vom Markt einzusammeln. Erst am vergangenen Montag, 6. Oktober 2014, wurde der Abschluss einer weiteren Kapitalrunde über 5 Mio. CAD bekannt gegeben.

Dereks Thesen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

1. Der wirtschaftliche Abbau einer Lagerstätte wird wesentlich von der jeweils vorgefundenen Mineralogie bestimmt. Alle früheren und gegenwärtig erfolgreichen Produktionsbetriebe weisen als Wirtsminerale entweder Monazite, Bastneasite und/oder Xenotime auf. Lagerstätten mit anderen Wirtsmineralen – es gibt davon theoretisch bis zu 200 – haben zusätzliche Risiken, weil deren industrielle Machbarkeit erst noch erwiesen werden muss. Bei Commerce‘ Ashram-Vorkommen sind alle drei der genannten Wirtsminerale anzutreffen. Sie enthalten die Seltenen Erden, wobei das Wirtsmineral Monazite überwiegt. Monazite zeichnet sich – wie im Falle von Lynas – durch einen niedrigen Anteil an radioaktiven Substanzen aus, insbesondere Thorium.

2. Wenn die These stimmt, dass die Ausgangsgehalte einer Lagerstätte weniger ins Gewicht fallen als die Fähigkeit, das Roherz durch geeignete Verfahren auf ein Konzentrat (Rare Earth Concentrate, REC) zu reduzieren, ergeben sich ganz neue Maßstäbe für den Wert eines Projekts. In seiner Studie vergleicht Derek den Wert von je einem Kilogramm REC, das aus den Projekten Ashram (Commerce Resources), Mountain Pass (Molycorp.) und Mount Weld (Lynas) gewonnen wird. Bei aktuellen Preisen ergeben sich folgende Kennzahlen pro Kilo Konzentrat: Mountain Pass 17,22 $, Mount Weld 26,24 $ und Ashram 32,21 $. Diese Zahlen liefern wichtige ökonomische Informationen für künftige Partner bei der Verarbeitung. Man könnte auch sagen: Die Mischung macht’s.

3. Der Markt für Seltene Erden ist mit geschätzten 110.000 Tonnen pro Jahr (in 2013) sehr klein. Da es anders als bei den großen Commodities keine entwickelte Referenz durch Future-Märkte gibt, stehen angehende Produzenten vor der Herausforderung, individuell geeignete Partner für die Weiterverarbeitung zu finden und von den Kunden geforderte Spezifikationen zu erfüllen. Der wichtigste Anhaltspunkt hierfür ist ein überzeugendes metallurgisches Flussdiagramm (Flow Sheet). In diesem Zusammenhang ist es von nicht zu unterschätzender Bedeutung, dass Commerce für sein Ashram Projekt den Nachweis erbracht hat, dass ein 40prozentiges Konzentrat hergestellt werden kann, wobei gleichzeitig 97% der ursprünglichen Masse wegfallen. Die Eliminierung von taubem Gangmaterial ermöglicht späteren Verarbeitern, den Verbrauch von Flusssäure zu minimieren und damit beim so genannten Cracking von Seltenen Erden Konzentraten operative Kosten zu sparen. Commerce habe – auf Prüfstandsniveau (bench scale) – bewiesen, dass es zu wettbewerbsfähigen Konditionen ein hoch reines Konzentrat (REC) für hydrometallurgische Prozesse herstellen kann, so die Studie.

4. Obwohl die Studie die Größe von Lagerstätten tendenziell weniger stark gewichtet, hebt Derek hervor, dass Ashram mit Sicherheit volumenmäßig zu den großen Ressourcen zählt. Dank der jüngsten Infill-Bohrungen könne das Projekt in der Kategorie „Measured & Indicated“ auf ein Volumen von rund 36 Millionen Tonnen kommen, was als Grundlage für die anstehende Pre-Feasibility dienen werde. Sicherlich spielt die Aussicht auf die dauerhafte Sicherung eines hochwertigen homogenen Konzentrats bei den künftigen Abnehmern eine große Rolle.

Commerce Resources Corp. wird vom 6. bis 12. November 2014 an der jährlichen Zimtu European Road Show teilnehmen. Interessenten, die das Management persönlich treffen wollen, werden gebeten, sich unter einem der folgenden Links für eine der Veranstaltungen anzumelden:

Frankfurt, 6. November 2014; Hessischer Hof: https://events.r20.constantcontact.com/register/eventReg?oeidk=a07e9w1g04n06e7283d&oseq=&c=&ch=

München, 7.-8. November 2014; Edelmetallmesse: https://events.r20.constantcontact.com/register/eventReg?oeidk=a07e9wq20zc187ae9fd&oseq=&c=&ch=

Zurich, 10. November 2014; Park Hyatt Hotel: https://events.r20.constantcontact.com/register/eventReg?oeidk=a07e9wq4qdub5ac397b&oseq=&c=&ch=

Genf, 12. November 2014; Hotel Metropole: https://events.r20.constantcontact.com/register/eventReg?oeidk=a07e9wq636jf72bb170&oseq=&c=&ch=

Der Autor, Sven Olsson, ist Direktor von Zimtu Capital Corp. sowie von Commerce Resources Corp.

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