Demokratische Republik Kongo
Eine weitere Niederlage für First Quantum Minerals
Die Situation von First Quantum Minerals im Kongo wird immer unangenehmer. Die Regierung des Landes ergreift neue Maßnahmen gehen ein Projekt der Kanadier.

Die Republik Kongo grenzt an Gabun, Kamerun, die Zentralafrikanische Republik, die Demokratische Republik Kongo (DRC), Cabinda und den Atlantik
Seit Monaten gibt es einen erbitterten Streit zwischen der Regierung der Demokratischen Republik Kongo und First Quantum Minerals (WKN: 904604) aus Kanada. Grund ist das Projekt von Kingamyambo Musonoi Tailings (KMT). Die Regierung wirft First Quantum Minerals Vertragsbruch vor, zudem sei der Produktionsstart verzögert worden. Seitdem hat First Quantum Minerals die Kontrolle über das Projekt verloren. Eigentlich sollten dort Kupfer und Kobalt abgebaut werden. Ob und wann dies nun geschehen kann, ist völlig offen.
Jetzt geht es in die nächste Runde zwischen den Beteiligten. Ein Berufungsgericht im Kongo hat die Liquidierung des Projekts angeordnet. Rund 400 Millionen Dollar hat das kanadische Unternehmen dort bisher investiert, die gesamten Investitionskosten sollten sich auf 750 Millionen Dollar belaufen. Ob die Kanadier davon noch irgendetwas wieder sehen werden, ist völlig unklar.
Ein vom Gericht bestellter Liquidator hat sich die Liegenschaft angesehen. Begleitet wurde er dabei Polizeikräften. Nach dem Besuch auf dem Areal will er im nächsten Schritt bewerten, welchen Wert das Projekt hat. Was danach mit dem Projekt geschieht, ist offen. Das Gericht hat angeordnet, dass alles zu Geld gemacht werden soll. Damit sollen die Schulden von First Quantum beglichen werden.
Angeblich gibt es sogar schon einen Vertrag, der die Zukunft von KMT regelt. Der Bergbauminister des Kongo hat dies bestätigt. Demnach hat er ein Übereinkommen unterzeichnet, das die Liegenschaft an ein Unternehmen von den britischen Virgin Islands weiterreicht. Das Unternehmen ist bisher allgemein unbekannt. Es hat den Namen Highwinds Properties. Noch fehlt beim Vertrag der letzte, entscheidende Schritt. Ein Dekret des Präsidenten steht noch aus.
Kanadische Medien bewerten die gesamte Angelegenheit als zweifelhaft. Man habe dem Unternehmen noch nicht einmal die Möglichkeit gegeben, sich in schriftlicher Form an das Berufungsgericht zu wenden. Ein anderes Gericht hatte zuvor bestimmt, dass First Quantum mehr als 12 Milliarden Dollar zahlen solle, um entstandene Schäden zu begleichen. Dies ist ein Vielfaches der Summe, die die Mine überhaupt Wert ist.
Bei First Quantum plant man nun, sich an den Court of Arbitration in Paris (Frankreich) zu wenden. Hier hofft man darauf, dass man gegen die Regierung des Kongos doch noch Recht bekommen könnte. Zumindest die Investitionen möchte man erstattet bekommen.
Die Situation hat auch die politische Ebene erreicht. Im Sommer kam es zwischen Kanada und dem Kongo zu einem Meinungsaustausch, da die kanadische Regierung empört war, wie mit First Quantum umgegangen wurde. Kurzfristig hatte man eine milliardenschwere Schuldentilgung für den Kongo ausgesetzt. Inzwischen ist die Schuldenerleichterung für den Kongo jedoch beschlossene Sache.
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