Der Goldmarkt
Experteninterview mit Martin Siegel, Berater des mit 131,13% Kursplus bestperformenden Goldminenfonds in 2009
Martin Siegel erwarb bereits im Alter von 10 Jahren, also 1974 seine erste Silbermünze. 1987 gründete er den Börsenbrief "GOLDMARKT". In den Jahren von 1992 bis 1997 verfasste er zahlreiche Bücher über die Entwicklung des Edelmetallmarkts sowie über Anlagemöglichkeiten in Minenaktien.
Zwischen 1999 und 2008 war er Berater des PEH-Q-Goldmines Fonds (bester Goldminenfonds 2001 und 2007). Heute ist er Berater des 2009 bestperformenden Goldminenfonds STABILITAS Pacific Gold+Metals Fonds sowie Inhaber der Edelmetallhandelsfirma Westgold.
Herr Siegel, 2009 war nun im Gegensatz zu 2008 ein wirklich "goldenes" Jahr für Edelmetall- und Rohstoffinvestoren. Mit Ihrer Meinung aus Goldmarkt Ausgabe 03/09, dass 2009 das "Jahr der Gold- und Silberaktien" werden wird, lagen Sie wieder einmal richtig. Wie sehen Sie das vergangene Jahr und welche Schlussfolgerungen ziehen Sie hieraus?
Vor allem Gold- und Silberaktien wiesen Anfang 2009 erhebliche fundamentale Unterbewertungen auf, die im Jahresverlauf 2009 aufgeholt werden konnten. Der im Jahresverlauf 2009 um über 20 % angestiegene Goldpreis spiegelt sich jedoch in den Bewertungen der Goldminenaktien noch nicht wieder, so dass auch für 2010 und 2011 weiteres Kurspotential besteht.
Wie schätzen Sie die wirtschaftliche Lage in Deutschland und der Welt aktuell ein? Ist die Krise aus Ihrer Sicht überstanden, oder steht uns das schlimmste noch bevor? Ihr oft zitierter Crack-up-Boom ist ja bereits an den Aktienmärkten zu erkennen. Welche Empfehlungen haben Sie für den privaten Anleger?
Die Lage in Deutschland ist durch eine vorsichtige Erholung nach einem starken Einbruch gekennzeichnet. Die positive Wirtschaftentwicklung vor allem in den Schwellenländern China, Indien und Brasilien verhindert derzeit eine weltweite Zusammenbruchskrise. Die verfehlte Geldpolitik, die zur aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise geführt hat, wurde nicht korrigiert. Im Gegenteil wird die Umschichtung von Wohlstand vom Steuerzahler zu den Banken mit den sogenannten "Rettungspaketen" zu einer Verlängerung und Verschärfung der Wirtschaftskrise führen und in eine Sozialkrise münden. Die weltweit nicht mehr beherrschbare Verschuldung der Staaten wird 2010 das entscheidende Thema werden. Es ist absehbar, dass die Staatshaushalte nur durch den Kauf von Staatsanleihen durch die Zentralbanken aufrechterhalten werden können. Dieses Verhalten mündet jedoch in eine unkontrollierbare Inflation. Bereits jetzt entstehen neue Blasen an den Aktienmärkten und an den Rohstoffmärkten. Gold und Goldminenaktien bleiben in diesem Umfeld für jeden Anleger die erste Wahl.
Edelmetalle sind ja derzeit auch eng verbunden mit den Themen Inflation und China; u.a. haben Chinesische Firmen bereits einige australische Minenwerte übernommen. Sehen Sie für 2010 bereits eine deutliche Inflationsgefahr und wird China auch weiterhin mit ein Treiber für Minenwerte und physische Rohstoffe sein?
Chinas Wirtschaft expandiert weiterhin mit Wachstumsraten von über 10 %. Durch den Aufbau der Infrastruktur steigt die Nachfrage nach Rohstoffen noch überproportional zu den bereits hohen Wachstumsraten. China sitzt auf Währungsreserven von über 2.000 Mrd $, die mit wachsender Aggressivität weltweit für Rohstoffinvestments eingesetzt werden. Als wichtiger Rohstofflieferant liegt Australien vor der Türe und konnte von diesen Investitionen bereits 2009 viele Milliarden einsammeln. Die chinesische Nachfrage nach Rohstoffinvestments in Australien dürfte sich 2010 und 2011 sogar noch verstärken. Daneben verfügt eine wachsende Schicht von vermögenden Chinesen über freies Kapital, das für Investments an den Börsen eingesetzt wird. Auch hier konnte der australische Aktienmarkt bereits 2009 wachsende Zuflüsse registrieren.
Über Ihre Edelmetallhandelsfirma Westgold können physische Edelmetalle ge- und verkauft werden. Wie war Ihr Eindruck in Bezug auf die Nachfrage nach physischen Edelmetallen in 2009 und sehen Sie hier einen Trend für 2010 und die Jahre danach?
Die Nachfrage nach Investments in physische Edelmetalle ist ungebrochen. Der Markt dürfte 2009 nach den Boomjahren 2007 und 2008 von einem Rekordniveau aus um weitere 20-30 % gewachsen sein. Sobald das Thema Staatsverschuldung ernsthaft in die Diskussion kommen wird, wird die nächste Investitionswelle privater Anleger anrollen und sich die Nachfrage nochmals verdoppeln bis verdreifachen. Bislang ist die Masse der Anleger völlig unterinvestiert. Bereits mit einem Anteil von 1,5 % des freien Geldvermögens der deutschen Sparer könnte die komplette Weltjahresgoldproduktion aufgekauft werden.
Sie sind Berater des STABILITAS Pacific Gold+Metals Fonds, der mit einer Jahres-Performance von 131,1% laut Morningstar der erfolgreichste Goldminenfonds in 2009 war. Damit haben Sie nach den Jahren 2001 und 2007, in denen Sie ebenfalls für die beste Jahresperformance eines Goldminenfonds verantwortlich waren, erneut bewiesen, dass Sie zu einem der besten Fondsmanager und Kenner der Branche zählen. Erzählen Sie uns ein wenig über Ihre Anlagestrategie und die Aktienauswahl in Ihrem Portfolio.
Der STABILITAS Pacific Gold+Metals investiert in fundamental unterbewertete Goldaktien und realisiert Gewinne, wenn die Unterbewertungen ausgeglichen werden. Da der australische Markt im Vergleich zum kanadischen Markt weniger beobachtet wird, sind dort überdurchschnittlich viele dieser Werte zu finden, weshalb der Fonds auch hier den Schwerpunkt der Investitionen hat. Die Strategie, vorzugsweise in Werte mit hohen Gewinnspannen und geringen Risiken zu investieren, hat sich im Jahresverlauf 2009 nicht verändert.
Ein weiterer Grund für die relative Stärke des australischen Minensektors neben qualitativ guten Unternehmenswerten und der Erholung des australischen Dollars liegt insbesondere auf der wachsenden Investmentnachfrage gerade aus dem asiatischen Raum. Viele australische Minen haben in den Jahren 2005 bis 2008 in neue Projekte investiert und 2009 den Sprung von reinen Explorations- zu Produktionswerten geschafft. Dadurch konnten im letzten Jahr erhebliche Bewertungszugewinne realisiert werden. Daneben ist der australische Markt gegenüber den übrigen Goldförderregionen seit Jahrzehnten fundamental unterbewertet. So stehen ca. 5 Millionen Investoren in Australien ungefähr 100 Millionen Investoren in Nordamerika gegenüber. Diese Unterbewertung konnten die australischen Minen 2009 teilweise wettmachen, wobei sich diese Entwicklung auch in 2010 fortsetzen wird. Chinesische Investoren werden sich mit wachsendem Wohlstand auch weiterhin stark in Australien engagieren. Zudem werden auch die Rohstoffwährungen in diesem Jahr weiter aufwerten.
Der Fonds investiert vor allem in australische Zweit- und Drittwerte, da diese erst am Anfang ihres Produktionszyklus stehen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Gewinnspanne, den vorhandenen Reserven und dem Explorationspotenzial. So konnte beispielsweise die australische Kingsgate Consolidated Ltd., deren Produktion in Thailand ist, die Produktion im Septemberquartal im Vorjahresvergleich versechsfachen, die Reserven ausweiten und die Dividendenzahlung wieder aufnehmen. Für die nächsten Jahre ist eine nochmalige Verdoppelung der Produktion vorgesehen. Die ausschließlich in Australien abbauende Dominion Mining Ltd. verspricht stetiges Wachstum und liefert eine konstante Dividende.
Nun ist Ihr Fonds 2009 ja schon wieder deutlich angestiegen, raten Sie Anlegern aktuell dennoch zum Einstieg?
Mein Szenario sieht einen Anstieg des Goldpreises auf mindestens den Gleichgewichtspreis von 1.600 $/oz vor. Dieses Niveau dürfte bis Ende 2011 erreicht werden. Auf dieser Basis haben die im Fonds enthaltenen Goldminenaktien noch ein Kurspotential zwischen 50 und 150 %. Da der Markt zudem den Rückschlag von den Bewertungen aus dem Jahr 2007 noch nicht vollständig ausgeglichen hat, eröffnet sich ein weiteres Kurspotential von etwa 20 bis 30 %. Insgesamt ergibt sich damit für den STABILITAS Pacific Gold+Metals Fonds bis zur vollen Bewertung der enthaltenen Goldminenaktien ein maximales Kurspotential von etwa 150 %. Sollte der Goldpreis in einem Crack-up Boom über den Gleichgewichtspreis von 1.600 $/oz ansteigen, würde sich das Kurspotential weiter erhöhen.
Viele so genannte Experten schreiben, dass die Luft an den Rohstoffmärkten in 2010 sehr dünn wird und man mit starken Kursrückschlägen bei Minenwerten und Edelmetallen rechnen muss. Teilen Sie diese Meinung?
Im Gegensatz zu vielen Marktbeobachtern erkenne ich am Goldmarkt überhaupt keine Anzeichen einer Blase. Im Gegenteil erwarte ich, dass ab 2010 die Luft aus der Blase an den Anleihemärkten in andere Märkte entweicht, sobald die Diskussion über die unkontrollierbare Staatsverschuldung zu einem Druck in Richtung steigender Zinsen führt. Ein Goldminendepot sollte wegen der hohen Risiken einzelner Aktien aus mindestens acht bis zehn Werten bestehen. Ein Investment in den STABILITAS Pacific Gold+Metals Fonds bietet sich mit einer Streuung der Risiken auf über 30 Werte als Alternative an. Durch eine Kooperation mit dem Vermögensverwalter Michael Geiger (http://www.mg-finance.de/) können interessierte Anleger den Fonds komplett ohne Ausgabeaufschlag kaufen. Im Prinzip kann der Anleger damit gleichzeitig in über 30 ausgewählte Goldminenaktien ohne jede Spesen ein- und aussteigen.
Herr Siegel, vielen Dank für das Gespräch!
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