Samstag, 11.02.2012

Quartalszahlen
Keine große Katastrophe bei Yamana Gold

Yamana Gold hat in der Nacht zum Donnerstag seine Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2010 vorgelegt. Diese sind nicht wie erwartet ausgefallen, doch Experten sehen darin kein besonders großes Problem.

Die Minera Florida Mine von Yamana Gold

Die Minera Florida Mine von Yamana Gold

Yamana Gold (WKN: 357818) hat in der ersten Jahreshälfte 2010 einen Umsatz von 697,7 Millionen Dollar verbucht, ein Anstieg laut Konzernangaben um 55 Prozent. Von der Summe sind 351,4 Millionen Dollar im zweiten Jahresviertel angefallen. Der operative Gewinn aus dem Minengeschäft wird für das erste Halbjahr mit 275,4 Millionen Dollar und damit 88 Prozent höher als im Vorjahr beziffert. Das Ende Juni abgelaufene Quartal hat dazu mit 145,5 Millionen Euro den größeren Anteil beigesteuert. Unter dem Strich fällt ein Quartalsgewinn je Aktie von 0,12 Dollar an, der Halbjahresgewinn liegt mit 0,23 Dollar je Aktie um 78 Prozent höher als im ersten Halbjahr 2009.

Die Zahlen für das zweite Quartal, die der Goldproduzent vorlegt, sind schwächer als von Analysten erwartet ausgefallen. Die Experten hatten mit einem Umsatz von mehr als 405 Millionen Dollar gerechnet, während der Überschuss je Aktie auf 0,15 Dollar prognostiziert wurde. Deutlich kleiner als erwartet ist auch der Cashflow je Aktie ausgefallen. Yamana Gold hat hier 0,16 Dollar je Anteilsschein erwirtschaftet, das sind 7 US-Cent weniger als es nach Meinung der Analysten hätten sein sollen. Basis der schwächer als erwarteten Zahlen ist eine Gold- und Silberproduktion, die im zweiten Quartal mit 253.000 Unzen Goldgegenwert rund 11.000 Unzen schwächer als vorhergesagt ausgefallen ist.

Die Analysten von RBC Capital Markets sehen in den Daten zwar einen negativen Einfluss auf den Aktienkurs von Yamana Gold, der am Donnerstagmittag an der Londoner und der Frankfurter Börse nur leicht an Terrain verliert. Zu hoch möchten sie den Einfluss aber nicht bewerten und bewegen sich damit völlig im Rahmen der Kursreaktion, die zunächst zu sehen ist.

Ein Grund hierfür ist sicherlich, dass das Unternehmen seine Prognosen für 2010 bestätigt hat. Yamana Gold rechnet bei den Gold- und Silberaktivitäten mit rund 1,1 Millionen Unzen Gold-Äquivalent als Produktionsziel, das liegt im Rahmen der bisherigen Prognose. An Kupfer will man mehr als 150 Millionen Pfund fördern. Die bisher aktiven Projekte sollen langlebig eine robuste Produktion auf dem 2010er-Niveau ermöglichen, heißt es von Seiten der Gesellschaft. Eine Dividendenanhebung von 1 US-Cent auf 2 US-Cent je Quartal, die ab dem 3. Jahresviertel gezahlt werden soll, kommt hinzu und sorgt insgesamt für Stabilität beim Aktienkurs.

Zudem befindet sich Yamana Gold auf Expansionskurs. Bis 2012 will man die Gold- und Silberproduktion auf 1,5 Millionen Unzen Gold-Gegenwert pro Jahr steigern. Die argentinische Gualcamayo-Mine soll erweitert werden. Für 85 Millionen Dollar will man einen weiteren Erzkörper erschließen, Basis hierfür ist eine aktuelle Machbarkeitsstudie. Man liegt bei diesem Expansionsprojekt vor dem Zeitplan: Ursprünglich für 2015 geplant, soll die Produktion nun schon im Frühjahr 2013 starten. In Brasilien soll zudem die Pilar-Mine gebaut werden, ein Untertage-Projekt. Hier sollen die Investitionen bei 180 Millionen Dollar liegen.

Bleibt der Blick auf den charttechnischen Kursverlauf. Die Grafik zeigt nach einer Abwärtsbewegung eine Stabilisierung, die zuletzt deutlich fallende untere Begrenzung des Bollinger-Bandes wird langsam flacher. Ein Rebreak der Aktie über die Widerstandszone um 620/640 Britische Pence würde die charttechnische Lage massiv verbessern.

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