Trotz deutlicher Anhebung
K+S - Prognoseplus ist eine Enttäuschung
Der Gewinn steigt um mehr als 200 Prozent, die Prognose wird angehoben, aber dennoch verliert K+S in der Gunst der Anleger. Auch bei den Analysten gibt es nicht nur positive Stimmen.
Im ersten Halbjahr 2010 steigt der Umsatz bei K+S (WKN: 716200) um fast 43 Prozent auf 2,59 Milliarden Euro. Der operative Gewinn verbessert sich von 192,1 Millionen Euro auf 423,2 Millionen Euro. Netto erhöht sich der Gewinn um 222 Prozent auf 248,6 Millionen Euro.
Spannender als der Blick nach hinten erscheint jedoch die Aussicht auf zukünftige Gewinne. Dazu wird K+S konkreter. Die Prognose wird klar angehoben. So soll der Umsatz im Gesamtjahr auf 4,6 Milliarden Euro bis 5,0 Milliarden Euro kommen. 2009 machte man 3,6 Milliarden Euro. Der operative Gewinn für 2010 wird zwischen 550 Millionen Euro und 600 Millionen Euro gesehen, im Vorjahr erwirtschaftete man 238 Millionen Euro. Unterm Strich peilt der Konzern ein Plus zwischen 330 Millionen Euro und 370 Millionen Euro an, 2009 endete mit einem Gewinn von 93,6 Millionen Euro. Je Aktie soll der Überschuss demnach von 0,56 Euro (2009) auf 1,75 Euro bis 1,95 Euro ansteigen.
Die besseren Aussichten gehen vor allem auf den höheren Kaliabsatz zurück, hier steigt die Prognose. Lag die alte Absatzschätzung für 2010 bei 6,5 Millionen Tonnen, liegt der neue Wert bei 6,5 Millionen Tonnen bis 7,0 Millionen Tonnen. Dabei spielt der weltweite Kaliabsatz eine Rolle, dieser soll 2010 etwa 50 Millionen Tonnen erreichen, bisher ging die Fachwelt von 45 Millionen Tonnen bis 50 Millionen Tonnen aus. Zum Vergleich: 2009 benötigten die Landwirte nur 32 Millionen Tonnen. Da man im Vorjahr mit dem Einsatz von Kali zurückhaltender war, benötigt der Boden nun wieder mehr von diesem Düngemittel.
Mit den aktuellen Zahlen liegt K+S auf Linie, auch andere Düngerkonzerne wie Potash Corp of Saskatchewan (WKN: 878149), die Nummer 1 in der Branche, oder Mosaic (WKN: A0DK91) aus den USA haben gute Zahlen präsentiert. Im internationalen Vergleich ist K+S derzeit unterdurchschnittlich bewertet. Mosaic und vor allem Potash weisen eine zum Teil deutlich höhere Bewertung auf.
Am deutschen Markt werden die Halbjahreszahlen von K+S allgemein gelobt. Die Analysten der LBBW sehen die Werte leicht über den Erwartungen, bei equinet nennt man die Zahlen überzeugend. An ihren Einstufungen ändern die meisten Analystenhäuser jedoch nichts. Einzig die WGZ Bank erhöht das Kursziel um 2 Euro auf 47 Euro und spricht eine Halteempfehlung aus. Gleichzeitig wird die Gewinnerwartung für 2010 von 1,94 Euro je Aktie auf 2,25 Euro angehoben. Bei der Commerzbank ändert sich nichts, „hold“ und 38 Euro lauten die Parameter. Die Gewinnprognose von K+S liegt jedoch unter den Erwartungen der Analysten, daher entfällt ein Kurstreiber.
Bei der UniCredit ist man über die neue, angehobene Prognose enttäuscht. Die Analysten führen die Vorsicht von K+S darauf zurück, dass der Kalipreis wieder sinken könne, außerdem halten sie steigende Kosten für möglich. Entsprechend wenig Potenzial gibt es für den Kurs. Erst wenn der Kalipreis dauerhaft ansteigt, ist ein klarer Kursimpuls möglich. Derzeit fehlen jedoch entsprechende Indizien. So bleibt das Kursziel bei 43 Euro, die Analysten bestätigen die Halteempfehlung.
Enttäuscht über das Prognoseplus ist man zudem bei Cheuvreux, offenbar hatte man mehr erwartet. Somit könne der Kurs unter Druck geraten. Das Kursziel ist mit 36 Euro angegeben, die Empfehlung lautet „halten“. Das Kursziel der SEB ist deutlich höher, es beträgt 45 Euro, aber auch diese Analysten sprechen nur eine Halteempfehlung aus.
Die Reaktion des Marktes auf die Zahlen und die höhere Prognose ist eindeutig. Bis zum frühen Nachmittag verliert das Papier von K+S rund 1,8 Prozent.
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- Analysten sind zufrieden: K+S, Guter Nachklang auf die Zahlen 3.5.
- Schutz vor Übernahme: K+S - Zahlen können mehr als überzeugen 10.3.
- Rekordzahlen für das erste Halbjahr: BHP Billiton - Markt reagiert mit Kursminus 16.2.
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