Samstag, 11.02.2012

China stützt die Ölmärkte
Ölpreise etwas erholt nach Kursrutsch gestern / Heizölpreise Inland bei Minus 40 Cent

Die Ölpreise präsentieren sich heute Morgen nach dem deutlichen Preisrückgang am Dienstag etwas erholt. Im elektronischen Handel in Asien kostet ein Barrel (159 Liter) US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate zur Auslieferung im Oktober aktuell 72,39 Dollar und damit 47 Cent oder 0,65 Prozent mehr als zum New Yorker Handelsschluss gestern. Nordseeöl Brent wird heute Morgen 44 Cent oder 0,59 Prozent höher bei 75,08 Dollar pro Barrel gehandelt. ICE-Gasoil als Börsenreferenzwert für Heizöl und Dieselkraftstoff in Europa, notiert heute Morgen gegenüber seinem früheren Fixing gestern Abend in London 5,75 Dollar niedriger bei 639 Dollar pro Tonne. Der Euro wird heute Morgen an den Devisenmärkten in Fernost nahezu unverändert gegen den Dollar bewertet. Die 16-Staaten-Gemeinschaftswährung kostet aktuell 1,2688 Dollar.

Ölpreise kaum verändert

Ölpreise kaum verändert

China wieder einmal Stütze für Ölpreise: Die Ölpreise reagieren mit dem leichten Preisanstieg heute Morgen auf positive Konjunkturdaten aus China. Die neuen Daten signalisieren eine Fortsetzung des starken Wirtschaftswachstums des weltweit zweitgrößten Ölverbrauchers. (Platz 1: USA, Platz 3: Japan). Wie die China Federation of Logistics & Purchasing (CFLP) am Mittwoch meldet, stieg der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe zuletzt nach einem leichten Rückgang im Juli von 51,2 Punkten auf  51,7 Punkte im August. Auch die Großbank HSBC ermittelte ein Wachstum in der verarbeitenden Industrie in China. So konnte der HSBC-Einkaufsmanagerindex von im Vormonat 49,4 Punkten auf aktuell 51,9 Punkte zulegen.

Einen Wert über 50 Zähler werten Ökonomen als Expansion der Wirtschaft, ein Wert unter 50 signalisiert eine schrumpfende Wirtschaftsleistung.

Heizöl noch einmal 40 Cent billiger

Die Heizölpreise notieren heute zunächst 40 Cent pro 100 Liter tiefer als am Dienstag. Der starke Kursrutsch der globalen Ölpreise gestern führt heute zu diesem Preisrückgang.

Aktuell kostet Heizöl extra leicht in Standard-DIN-Qualität (51603-1) in Deutschland bei einer Abnahmemenge von 3000 Litern im Durchschnitt 64,50 Euro pro 100 Liter inklusive Mehrwertsteuer. In Österreich liegt der Heizölpreis aktuell steuerbedingt  höher bei 74,20 Euro pro 100 Liter. Heizölpreise aktuell für Ihre Region

Heizölhändler raten Verbrauchern das aktuell relativ günstige Preisniveau zu nutzen, um Ihre Heizöltanks zu füllen. Nach Ende der Feriensaison in den nächsten Tagen werden sich erfahrungsgemäß die Lieferfristen weiter vergrößern. Bereits heute erfolgt die Auslieferung von Heizölbestellungen aufgrund der gestiegenen Nachfrage im Inland zwei bis drei Wochen nach der Bestellung. Dazu gesellen sich im Süden Deutschlands an einigen Lieferstellen des Heizölgroßhandels Lieferverzögerungen durch Raffineriestillstände.

Ölmärkte gestern im späten Handel massiv unter Druck

Trotz guter Zahlen zum US-Verbrauchervertrauen und zuletzt unerwartet gestiegener Preise für Einfamilienhäusern in den USA sorgten gestern erneut Rezessionsängste um die weitere Entwicklung der Konjunktur in den Vereinigten Staaten zu deutlichen Kursabschlägen im späten Handel. Bis zum Handelsende verbilligte sich US-Rohöl der Sorte WTI um 2,78 Dollar oder 3,72 Prozent auf 71,92 Dollar pro Barrel. Europäisches Rohöl Brent gab um 1,96 Dollar oder 2,56 Prozent auf 74,64 Dollar pro Barrel nach.

Damit war der August der erste Monat seit Mai mit negativer Kursentwicklung der Ölpreise. Seit Anfang des Monats sind  Rohölpreise um knapp neun Prozent gefallen. ICE-Gasoil verbilligte sich  im vergangenen Monat ebenfalls um über neun Prozent. Noch deutlicher fällt der Preisabschlag für den Henry-Hub-Erdgas-Future aus. Erdgas verlor an der New Yorker Börse im August 23 Prozent.

API-Bestandsdaten: US-Rohölbestände massiv gestiegen

Wie der Branchenverband der US-Ölindustrie „American Petroleum Institut „ (API) gestern nach Börsenschluss meldet, sind die US-Rohölbestände zuletzt unerwartet stark um 4,77 Millionen Barrel gestiegen. Im Vorfeld befragte Analysten hatten eine Erhöhung  der Vorräte um nur 1,4 Millionen Barrel vorhergesagt.

Die Bestände an Mitteldestillaten wie Heizöl und Diesel reduzierten sich unerwartet um 1,9 Millionen Barrel. Experten hatten hier einen Aufbau von rund 1,2 Millionen Barrel prognostiziert.

Überraschend stark gingen  laut API die US-Benzinbestände in der vergangenen Woche zurück. Gegenüber der Vorwoche reduzierten diese sich um 589.000 Barrel.  Die Ölmärkte hatten  hier mit einem Abbau der Vorräte um nur 200.000 Barrel gerechnet.

Marktteilnehmer warten nun auf die Veröffentlichung der höher bewerten Bestandsdaten der „Energy Information Administration“ (EIA/DOE) am heutigen Nachmittag um 16.30 (MESZ). Die Daten der EIA genießen im Markt eine höhere Bewertung, da diese auf verpflichtenden Meldungen der US-Ölindustrie beruhen, wogegen sich die Zahlen des API aus freiwilligen Angaben speisen.

Benzinnachfrage in USA schwach

Die Benzinnachfrage blieb jedoch trotz des von API gemeldeten zuletzt überraschend starken Bestandsabbaus während der am Wochenende zu Ende gehenden Hauptreisesaison in den USA deutlich unter den Erwartungen des Marktes. Wie das Kreditkartenunternehmen „Mastercard“ gestern in einem wöchentlichen Report zu Kreditabrechnungen meldet, fiel die Benzinnachfrage in den USA in der vergangenen Woche um 3,7 Prozent gegenüber der Vorwoche.

Hurrikan-Saison:  „Fiona“ folgt „Earl“ – Keine Auswirkungen auf Ölproduktion erwartet

Die beiden im Atlantik wütenden Stürme stellen aktuell keine Gefahr für die Öl- und Gasfelder im Golf von Mexiko dar. Während Hurrikan „Earl“ die Ostküste der USA gerade heimsucht und dort vor dem Labor-Day-Wochenende das öffentlichen Leben lahm zulegen scheint, nimmt laut letztem Update des „National Hurrican Center“( NHC) mit Sitz in Miami Tropensturm „Fiona“ eine ähnliche Route wie „Earl“ zuvor östlich an den Karibikinseln vorbei Richtung Nordwesten. Derweil besteht für ein neues Tiefdruckgebiet mitten über dem Atlantik westlich von Afrika eine 20 prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Entwicklung zu einem Sturm.  Aktuelle Updates des NHC

Aktuelle Marktdaten im Überblick:

Gasoil: 639,00 USD/Tonne
BRENT: 75,08 USD/Barrel
WTI: 72,39 USD/Barrel
Pegelstand Kaub: 374 cm (+20)
Pegelstand Rheinalle: 702 cm (-3)
Euro: 1,2698(EUR/USD)
Schweizer Franken: 1,0157 (USD/CHF) – 1,2901 (EUR/CHF)

 
Wirtschaftstermine heute:

08:00 Deutscher Einzelhandelsumsatz (EUR)
10:00 Einkaufsmanager-Index herstellendes Gewerbe (EUR)
14:15 Veränderung in ADP nicht-landwirtschaftlicher Produktion (USD)
 16:00 ISM-Index des verarbeitenden Gewerbes (USD)
 16:30 DOE/EIA-Erdöllagerbestände

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