Samstag, 11.02.2012

Schwache Aktienmärkte und hohe US-Ölbestände drücken Stimmung
Ölpreise fallen deutlich / Heizölpreise Minus 30 Cent pro 100 Liter

Die Ölpreise sinken am Dienstagmorgen im Übergang vom asiatischen in den europäisch geprägten Handel deutlich. Ein Barrel (159 Liter) US-Rohöl der führenden Sorte West Texas Intermediate (WTI) notiert in Fernost aktuell bei 73,60 Dollar und damit 1,10 Dollar niedriger als gestern. Europäisches Rohöl der Sorte Brent verbilligt sich ebenfalls um fast 1,5 Prozent auf 75,55 Dollar pro Barrel. Der nächstfällige Kontrakt auf ICE-Gasöl als Referenz für Heizöl und Dieselkraftstoff in Europa fällt am Morgen um 8,75 Dollar pro Tonne auf 640,75 Dollar. Der Euro verliert noch einmal leicht gegen den US-Dollar. Aktuell notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,2646 Dollar.

Der Ölpreis klettert

Der Ölpreis klettert

Heizölpreise sinken am Dienstag  leicht - Die Heizölpreise notieren heute zunächst 30 Cent pro 100 Liter tiefer als gestern. Der Preisrückgang der globalen Ölpreise führt zu diesem leichten Preisrückgang heute Morgen. Aktuell kostet Heizöl extra leicht in Standard-DIN-Qualität (51603-1) in Deutschland bei einer Abnahmemenge von 3000 Litern im Durchschnitt 64,90 Euro pro 100 Liter inklusive Mehrwertsteuer. In Österreich liegt der Heizölpreis aktuell steuerbedingt  höher bei 74,20 Euro pro 100 Liter. Heizölpreise aktuell für Ihre Region

Erwarteter Anstieg der US-Rohölbestände und schwache Aktienmärkte drücken Stimmung

Heute Morgen belasten die Erwartungen auf erneut gestiegene Rohölbestände in den USA sowie sehr schwache Vorgaben vom asiatischen Aktienbörsen den Handel an den Ölmärkten.

Experten rechnen mit einer Erhöhung der US-Vorräte an Rohöl in der vergangenen Woche um rund 1,4 Millionen Barrel. Auch die Bestände an Mitteldestillaten wie Heizöl und Dieselkraftstoff werden von Analysten deutlich höher gesehen. Für die Vorräte an Benzin wird ein  Rückgang um 350.000 Barrel prognostiziert.

Marktteilnehmer warten auf die Bestätigung dieser Prognosen im Zuge der Veröffentlichung der Daten des US-Branchenverbandes „American Petroleum Instituts“ heute Abend nach Börsenschluss sowie des wöchentlichen „Petroleum Status Reports“ des US-Energieministeriums „EIA/DOE“ morgen Nachmittag um 16.30 Uhr (MESZ).
Die Kurse an den asiatischen Aktienmärkten tauchen am Dienstagmorgen ab. Der japanische Nikkei-Index fällt um 3,55 Prozent auf 8.824 Punkte.

Wie auch in den letzten Tagen steht der Handel an der Tokioter Börse unter dem Einfluss des starken Yen. Trotz einer Intervention der japanischen Notenbank notiert der Yen aktuell noch immer in der Nähe eines 15-Jahres-Hochs gegen den US-Dollar. Eine starke Währung belastet die stark exportabhängige Wirtschaft Japans, da diese die Waren im Ausland für Käufer verteuert. Dieser Umstand führt auch heute früh zu einem weiteren Kursrutsch in Tokio.
Auch der DAX-Future signalisiert kurz vor der Eröffnung des Aktienhandels in Deutschland eine deutlich tiefere Eröffnung um mehr als ein Prozent.

Sorgen um Einnahmen der US-Verbraucher

Die Stimmung an den Ölmärkten litt am Montag unter einem zuletzt schwächer als erwartenden Anstieg der Einnahmen der privaten Haushalte in den USA um 0,2 Prozent. Im Vorfeld befragte Experten hatten mit einem Anstieg um 0,3 Prozent gerechnet. Zwar steigen die privaten Ausgaben im Juli um 0,4 Prozent, Marktteilnehmern zufolge bestehen jedoch Sorgen um die weitere Entwicklung der Ölnachfrage in den USA im Zuge eines noch immer schwächelnden Arbeitsmarktes.

Am Tagesende verbuchte leichtes US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) am Montag einen Verlust von 47 Cent oder 0,63 Prozent auf 74,70 Dollar pro Barrel. Europäisches Rohöl der Sorte Brent verbilligte sich nur marginal um 5 Cent auf 76,60 Dollar pro Barrel. Gasoil als Referenzwert für Heizöl und Dieselkraftstoff konnte an der ICE in London 3 Dollar auf 646,50 Dollar zulegen.

Seit Jahresbeginn haben die globalen Ölpreise  um rund 10 Prozent nachgegeben. Immer wieder nähren Sorgen  um die Konjunktur in den entwickelten Volkswirtschaften wie den  USA, dem weltweit größten Ölverbraucher sowie auch um die Auswirkungen die europäische Finanzkrise Zweifel an der weiteren Ölnachfrage weltweit.
Gleichzeitig belasten historisch hohe Ölbestände in den Vereinigten Staaten die Stimmung an den Ölmärkten. Auch die sich dem Ende neigende Hauptreisesaison in den USA führte zu keinem signifikanten Abbau der Ölbestände.

Spekulanten reduzieren Wetten auf steigende Ölpreise

Wie sich vergangene Woche bereits andeutete, haben spekulativ agierende Investoren zuletzt begonnen, ihre Wetten auf steigende Ölpreise weiter zurück zufahren. Der “Commitment of Traders Report” (COT) der U.S. Commodity Futures Trading Commission belegt diese skeptischere Einstellung zur weiteren Entwicklung des Ölpreises.  So reduzierte sich  die Zahl der Netto-Longposition auf Rohöl von Akteuren wie Hedgefonds und Finanzinstituten bis zum Abrechnungstag am Dienstag vergangener Woche nochmals deutlich von 62.056 Kontrakten auf nunmehr nur noch 27.323 Kontrakte.

Hurrikan-Saison:  Drei aktive Stürme aktuell keine Bedrohung für Ölfelder

Derzeit sind die Öl- und Gasförderung im Golf von Mexiko und vor der US-Küste nicht von Unwetterformationen bedroht.

Hurrikan „Earl“ - aktuell aktiv in der Karibik– nimmt offensichtlich die gleiche Route wie „Danielle“ vor ihm östlich an Puerto Rico vorbei Richtung Nordwesten zur US-Ostküste.  Gemäß Vorhersagen des „National Hurrican Centers“ (NHC) über den weiteren Verlauf des Tropensturms „Fiona“, bewegt sich dieses Unwetterformation aktuell mit Windspitzen bis zu 64 km/h aktuell westwärts bevor es nach letzten Berechnungen des „NHC“ am Mittwoch ebenfalls östlich vor den karibischen Inseln nach Norden abdriften soll. Aktuelle Updates des NHC

Aktuelle Marktdaten im Überblick:

Gasoil: 640,75 USD/Tonne
BRENT: 75,55 USD/Barrel
WTI: 73,60 USD/Barrel
Pegelstand Kaub: 354 cm (+56)
Pegelstand Rheinalle: 705 cm (+33)
Euro: 1,2646(EUR/USD)
Schweizer Franken: 1,0237 (USD/CHF) – 1,2946 (EUR/CHF)

Wirtschaftstermine heute:

09:55 Arbeitsmarktdaten August (DE),
11:00 Verbraucherpreise (EU)
15:45 Chicago Einkaufsmanagerindex (USA)
16:00 US-Verbrauchervertrauen (USA),
22:30 API-Ölbestandsdaten (USA)

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