Konjunkturdaten aus USA und China sorgen für Erleichterung
Ölpreise in Nähe des Vortagsschluss nach Rally gestern / Heizölpreise aktuell: Plus 60 Cent
Singapur/London/Berlin (comcenture.com) – Die Ölpreise können am Donnerstag im elektronischen Handel in Asien die starken Kursgewinne vom Vortag verteidigen. Am Morgen notiert US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) nur 8 Cent niedriger als zum Handelsende am Mittwoch bei aktuell 73,83 Dollar pro Barrel. Europäisches Rohöl Brent wird mit 76,17 Dollar pro Barrel und damit 18 Cent niedriger gehandelt als gestern. Der für Heizöl und Dieselkraftstoff relevante Gasoil –Future ermäßigt sich an der ICE in London aktuell um 75 Cent auf 648 Dollar pro Tonne. Der Euro wertet weiter gegen den Dollar auf. Am Morgen wird die europäische Gemeinschaftswährung an den Devisenmärkten mit 1,2834 Dollar gehandelt.
Trotz zuletzt erneut kräftig gestiegener US-Ölbestände, die mittlerweile auf Rekordniveau liegen, können die Ölmärkte am Donnerstag im frühen Handel zunächst die kräftigen Kursgewinne vom Mittwoch halten.
Heizöl heute Morgen 60 Cent teurer
Die Heizölpreise notieren heute gegenüber gestern deutlich höher. Dabei verhindert der Anstieg des Euros einen noch kräftigeren Preissprung nach der Rally an den globalen Ölmärkten. Am Donnerstagmorgen kostet Heizöl extra leicht in Standardqualität (DIN 51603-1) bei einer Abnahmemenge von 3000 Litern in Deutschland im Durchschnitt 65,40 Euro pro 100 Liter inklusive Mehrwertsteuer. In Österreich liegt der Heizölpreis aktuell steuerbedingt höher bei 74,90 Euro pro 100 Liter.
Folgende Richtpreise für Heizöl haben wir heute Morgen für deutsche Großstädte ermittelt: Berlin 64,40 – Frankfurt 67,40 – Hamburg 63,77 – Düsseldorf 64,00 – Köln 63,50 - Stuttgart 66,90 – Leipzig 63,40 – München 67,70. Heizölpreise aktuell für Ihre Region
Erleichterung nach Konjunkturdaten aus China und USA
Überraschend positive Meldungen aus der chinesischen und amerikanischen Wirtschaft haben am Mittwoch Kursfeuerwerke an den Aktien- und Ölmärkten ausgelöst. Marktteilnehmern zufolge nahmen die Investoren den Anstieg der Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe der weltweit beiden größten Ölverbraucher mit Erleichterung zur Kenntnis. Der US-Einkaufsmanagerindex stieg um 55,5 Punkten im Vormonat auf 56,3 Punkte im August. Im Vorfeld befragte Volkswirte hatten einen Rückgang auf 53,9 Punkte prognostiziert. Der entsprechende Index für die verarbeitende Industrie in China kletterte ebenfalls unerwartet kräftig auf 51,7 Punkte.
Einen Wert über 50 Zähler werten Ökonomen als Expansion der Wirtschaft, ein Wert unter 50 signalisiert einen Rückgang der Wirtschaftsleistung.
Nach den positiven Signalen aus China und den USA, hoffen Investoren auf einen deutlichen Anstieg der globalen Ölnachfrage sowie schnellen Abbau der hohen US-Ölbestände im Zuge einer raschen Erholung der US-Wirtschaft.
DOE-Bestandsdaten aktuell: US-Rohölbestände steigen deutlich
Die US-Rohölbestände sind zuletzt stärker als erwartet gestiegen. Wie die US-Energiebehörde (EIA/DOE)) am Mittwochnachmittag im Zuge der Veröffentlichung des wöchentlichen „Petroleum Status Report“ meldet, erhöhten sich die Vorräte in der vergangenen Woche unerwartet kräftig um 3,4 Millionen Barrel. Experten hatten mit einer Zunahme um 1,4 Millionen Barrel gerechnet.
Die Benzinbestände reduzierten sich zuletzt im Rahmen der Prognose um 200.000 Barrel. Destillate verzeichneten laut EIA/DOE einen Bestandsabbau um 700.000 Barrel. Analysten hatten eine Erhöhung der Vorräte an Produkten wie Heizöl und Dieselkraftstoff um 1,2 Millionen Barrel angenommen.
Die am Dienstag nach Börsenschluss gemeldeten Bestandsdaten des Industrieverbandes API weichen relativ deutlich von denen der US-Energiebehörde ab. API hatte einen Aufbau der Rohölbestände um 4,77 Millionen Barrel (EIA/DOE: plus 3,4 Mio) gemeldet.
Laut API sanken die US-Benzinvorräte in der vergangenen Woche um 589.000 Barrel (EIA/DOE: Minus 200.000). Für die Destillate hatte der Verband eine Zunahme von 1,9 Millionen angegeben (EIA/DOE: Minus 700.000).
Die Daten der EIA/DOE genießen im Markt eine höhere Bewertung, da diese auf verpflichtenden Meldungen der US-Ölindustrie beruhen, wogegen sich die Zahlen des API aus freiwilligen Angaben von Raffinerien, Tanklager-und Pipelinebetreibern speisen.
Mit dem erneut deutlichen Anstieg der US-Rohölbestände befinden sich die Gesamtbestände an Rohöl und Ölprodukten in den Vereinigten Staaten bei aktuell 1,143 Milliarden Barrel und damit auf dem höchsten Stand seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1990.
Prognose bestätigt: Aktive Hurrikan-Saison erwartet /„Earl“, „Fiona“ und „Gaston“ derzeit aktiv im Atlantik
Derzeit bedrohen Hurrikan „Earl“ und Tropensturm „Fiona“ die Ostküste der USA. Vor allem „Earl“ wird aufgrund seiner Intensität und berechneten Route von den US-Behörden sehr ernst genommen. US-Präsident Obama hat mittlerweile für den Bundesstaat North-Carolina Katastrophenalarm ausgelöst.
Für die Öl- und Gasfelder im Golf von Mexiko könnte der nächste Sturm „Gaston“ eine Bedrohung werden. Aktuell tobt das Tiefdruckgebiet über dem mittleren Atlantik und bewegt sich mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 67 km/h westwärts. „Gaston“ wird wiederum von einer neuen Unwetterformation westlich von Afrika verfolgt. Für dieser Wettersystem prognostiziert das „National Hurrican Center“ (NHC) derzeit eine 10 prozentige Wahrscheinlichkeit für eine weitere Entwicklung zu einem Tropensturm.
Die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) bestätigte in ihrem letzten Ausblick dass für die aktuelle Hurrikan-Saison im Atlantik mit einer vergleichsweise hohen Aktivität an Stürmen zu rechnen sei.
Kurz vor dem Saison- Höhepunkt zwischen Ende August und Oktober warnte die NOAA alle Betroffenen in der Region entsprechende Maßnahmen zur Vorbereitung zu ergreifen.
Alle verfügbaren Informationen sprächen für eine hohe Zahl und Intensität an Stürmen. So erwartet die NOAA für die gesamte Hurrikan-Saison inklusive der bereits aufgetretenen Tropenstürme „Alex“, „Bonnie“, und „Colin“ 14-20 Tropenstürme von denen sich acht bis zwölf zu Hurrikans entwickeln könnten. Davon würden wiederum vier bis sechs mit Windgeschwindigkeiten von mindesten 111 mph (178 km/h), das Potenzial für die Sturmkategorie 3,4 oder 5 haben.
Im August 2005 hatte die Wucht der Hurrikans "Katrina" und „Rita“ zu massiven Zerstörungen an den Küsten der USA und tagelangen Unterbrechungen der Öl- und Gasförderung im Golf von Mexiko geführt.
Mehr zur aktuellen Wettersituation im Atlantik auf der Website des NHC
Aktuelle Marktdaten im Überblick:
Gasoil:Â 639,00 USD/TonneÂ
BRENT:Â 75,08 USD/BarrelÂ
WTI:Â 72,39 USD/BarrelÂ
Pegelstand Kaub:Â 374 cm (+20)Â
Pegelstand Rheinalle:Â 702 cm (-3)Â
Euro:Â 1,2698(EUR/USD)Â
Schweizer Franken: 1,0157 (USD/CHF) – 1,2901 (EUR/CHF)Â
Wirtschaftstermine heute:
08:00 Deutscher Einzelhandelsumsatz (EUR)
10:00 Einkaufsmanager-Index herstellendes Gewerbe (EUR)
14:15 Veränderung in ADP nicht-landwirtschaftlicher Produktion (USD)
16:00 ISM-Index des verarbeitenden Gewerbes (USD)
16:30 DOE/EIA-Erdöllagerbestände
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