Konjunktursorgen haben Ölmärkte wieder im Griff
Ölpreise leicht unter Druck / Heizölpreise aktuell unverändert
Singapur/London/Berlin (comcenture.com) – Die Ölpreise verzeichnen zu Wochenschluss im frühen elektronischen Handel in Asien leichte Verluste. Ein Barrel (159 Liter) US-Rohöl der Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Oktober kostet aktuell 73,21 Dollar und damit 15 Cent weniger als am Vortag. Europäisches Rohöl Brent wird am Freitagmorgen 25 Cent niedriger bei 74,77 Dollar pro Barrel gehandelt. Der für Heizöl und Dieselkraftstoff relevante Gasoil-Future an der ICE in London wird aktuell mit einem Abschlag von 3,75 Dollar bei 639,25 Dollar gehandelt. Der Euro notiert nahezu unverändert zum späten Handel in New York gestern. Die europäische Gemeinschaftswährung kostet am Morgen 1,2710 Dollar.
Heizölpreise am Freitag unverändert - Die Heizölpreise notieren heute zunächst unverändert zu gestern. Aktuell kostet Heizöl extra leicht in Standard-DIN-Qualität (51603-1) in Deutschland bei einer Abnahmemenge von 3000 Litern im Durchschnitt 63,80 Euro pro 100 Liter inklusive Mehrwertsteuer. In Österreich liegt der Heizölpreis aktuell steuerbedingt höher bei 73,30 Euro pro 100 Liter.
Heizölpreise aktuell für Ihre Region
Negative Stimmung zurück im Markt / Anstieg gestern nur kurzes Strohfeuer
Händler begründen den neuerlichen Kursabschlag an den Ölmärkten heute früh mit Sorgen um die US-Konjunktur und damit der Ölnachfrage des weltweit größten Ölverbrauchers.
Auch der Anstieg der US-Ölbestände auf den höchsten Stand seit 20 Jahren würde die Stimmung belasten, heißt es im Markt. Die Vorräte an Rohöl und Ölprodukten wie Benzin, Heizöl und Dieselkraftstoff zusammen war in der vergangenen Woche um knapp 9 Millionen Barrel auf 1,14 Milliarden Barrel gestiegen.
Die Ölmärkte steuern damit auf den dritten Wochenverlust in Folge zu. Seit Anfang des Monats haben die Ölpreise deutlich nachgegeben. US-Rohöl der Sorte WTI verbilligte sich um knapp acht Dollar oder zehn Prozent pro Barrel. Europäisches Rohöl Brent gab um fünf Dollar pro Barrel nach.
An den Finanz- und Warenterminmärkten wartet man heute auf die Veröffentlichung der Zahlen zum US-Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal. Im Vorfeld befragte Volkswirte rechnen mit einem Rückgang des Wachstums der Wirtschaftsleistung auf 1,4 Prozent von zuvor avisierten 2,4 Prozent. Im ersten Quartal 2010 war die amerikanische Wirtschaft noch um 3,7 Prozent gewachsen.
Lichtblick am US-Arbeitsmarkt lässt Ölpreise gestern steigen
In den USA reduzierte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche um 31.000 auf 473.000. Experten hatten im Vorfeld lediglich mit einem Rückgang auf 490.000 Anträge gerechnet. Die positiven Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt nährten gestern die Hoffnung an auf eine Belebung der US-Wirtschaft und damit der Ölnachfrage in den Vereinigten Staaten.
Bis zum Handelsende verteuerte sich leichtes US-Rohöl der Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Oktober um 84 Cent oder 1,15 Prozent auf 73,36 Dollar pro Barrel. Der nächstfällige Kontrakt (Oktober) auf Nordseerohöl Brent legte um 1,54 Dollar oder 2 Prozent auf 75,02 Dollar pro Barrel zu. Gasoil an der ICE in London als Benchmark für Heizöl und Dieselkraftstoff in Europa notierte zum Handelsschluss bei 639,50 Dollar pro Tonne und damit 19 Dollar oder fast drei Prozent höher als am Vortag.
Höhepunkt der Hurrikan-Saison: „Danielle“, „Earl“ und „???“
Nach Tagen relativer Ruhe sind aktuell drei Unwetterformationen im Atlantik unterwegs. Wie bereits vom National Hurrican Center „NHC“ zuvor avisiert wird Hurrikan „Danielle“ nicht zu einer Bedrohung für den Golf von Mexiko. „Danielle“ ist bereits östlich an den karibischen Inseln vorbeigezogen und tobt sich dort über dem offenen Meer aus. Anders sieht es derzeit aus für zwei weitere Wettersysteme im zentralen und westlichen Atlantik. Tropensturm „Earl“ bewegt sich gemäß letztem Update des „NHC“ aktuell mit einer Geschwindigkeit von 17 Meilen pro Stunde ( 27 km/h) und mit Windgeschwindigkeiten von bis 45 Meilen pro Stunde (72 km/h) westwärts. Sollte „Earl“ diese Intensität und Richtung beibehalten würde er auch zu einer Bedrohung für die Öl- und Gasfelder im Golf von Mexiko und vor der US-Küste werden. Für ein drittes aktives Tiefdruckgebiet im Atlantik westlich von Afrika besteht derzeit ein 60 prozentige Wahrscheinlichkeit für eine weitere Entwicklung zu einem Tropensturm, so das „NHC“ in seinem letzten Update.  Aktuelle Updates des NHC
Aktuelle Marktdaten im Überblick:
| Gasoil: | 639,25 USD/Tonne |
| BRENT: | 74,77 USD/Barrel |
| WTI: | 73,21 USD/Barrel |
| Pegelstand Kaub: | 251 cm |
| Pegelstand Rheinalle: | 607 cm |
| Euro: | 1,2711(EUR/USD) |
| Schweizer Franken: | 1,0237 (USD/CHF) – 1,3028 (EUR/CHF) |
Wirtschaftstermine heute:
10:30 BIP (GB), Deutscher Verbraucherpreisindex
14.30 BIP (USA)
16.00 Rede des FED-Aufsichtsratsvorsitzenden Ben Bernanke (USA)
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