Samstag, 11.02.2012

Gegenreaktion auf Vortagsverluste
Ölpreise steigen leicht / Heizölpreise 40 Cent günstiger

Singapur/London/Berlin (comcenture.com) – Die Ölpreise verzeichnen am Mittwochmorgen im Übergang vom asiatischen in den europäisch geprägten Handel leichte Kursgewinne. US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Oktober verteuert sich aktuell um 21 Cent oder 0,3 Prozent auf 71,84 Dollar pro Barrel. Europäisches Rohöl Brent kostet aktuell 72,72 Dollar pro Barrel und damit 34 Cent oder ein halbes Prozent mehr als zum Handelsende am Dienstag. ICE-Gasoil als Referenzwert für Heizöl und Dieselkraftstoff in Europa klettert aktuell um 1,50 Dollar auf 618,75 Dollar pro Tonne. Der Dollar hat seinen jüngsten Höhenflug vorerst gestoppt. Am Morgen notiert der Euro nahezu unverändert bei 1,2628 Dollar.

Öltanker

Öltanker

Die Heizölpreise notieren heute Morgen 40 Cent tiefer als am Dienstag. Heute Morgen verhelfen der Kursrutsch der globalen Ölpreise gestern, sowie der gefestigte Euro zu dem neuerlichen Preisrückgang.

Aktuell kostet Heizöl extra leicht in Standard-DIN-Qualität (51603-1) in Deutschland bei einer Abnahmemenge von 3000 Litern im Durchschnitt 63,10 Euro pro 100 Liter inklusive Mehrwertsteuer. In Österreich liegt der Heizölpreis aktuell steuerbedingt  höher bei 72,80 Euro pro 100 Liter. Heizölpreise aktuell für Ihre Region


Globale Ölpreise am Mittwoch leicht im Plus: Gegenreaktion auf Verluste

Marktteilnehmer bewerten das leichte Kursplus der globalen Ölpreise heute Morgen als Gegenreaktion auf den Kursrutsch in den vergangenen Tagen. Sowohl Shortabdeckungen als auch Käufe aus technischer Sicht führen aktuell zu festeren Kursen. Auch der gestoppte Anstieg des Dollars unterstützt  die Ölmärkte heute früh.

Dollar-Höhenflug gestoppt

Schwache Immobiliendaten aus den USA sorgten gestern für eine Unterbrechung des Höhenflugs des Dollars. Am Mittag noch hatte die EZB den Euro-Referenzkurs bei 1,2611 Dollar fixiert nachdem die Gemeinschaftswährung am Vormittag zeitweise unter der Marke von 1,26 Dollar gefallen war.

In den Tagen zuvor hatte der Greenback von einer zunehmenden Risikoaversion der Finanzmärkte profitiert. Abzulesen war dies am Höhenflug des Dollars gegen den Euro. Der Wert der europäischen Gemeinschaftswährung  war innerhalb der letzten 14 Tage von knapp 1,33 Dollar auf unter 1,26 Dollar gefallen. Anleger hatten ihre Investments aus Sorgen über die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft aus risikobehafteten Anlageklassen wie Öl abgezogen und in vermeintlich sichere Investments wie Dollar und Gold umgeschichtet.

US-Immobilienmarkt massiv unter Druck

Gestern bestätigten Zahlen vom US-Immobilienmarkt, wie fragil die Erholung der US-Wirtschaft derzeit noch ist. So fielen die Verkäufe bestehender Eigenheime in den Vereinigten Staaten im Juli deutlich um 27,2 Prozent gegenüber dem Vormonat und damit mehr als doppelt so stark  wie von Experten erwartet. Dies ist der stärkste Rückgang seit 15 Jahren.

Die Finanzmärkte reagierten am Dienstag auf die neuerlichen Hiobsbotschaften zum Zustand der US-Konjunktur mit deutlichen Kursabschlägen. An den Ölmärkten verstärken sich zusehends Sorgen über die weitere Entwicklung der globalen Ölnachfrage im Zuge eines möglichen Rückfalls der US-Wirtschaft in eine Rezession. Die USA sind der weltweit größte Ölverbraucher vor China und Japan.

Leichtes US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) verbilligte sich gestern noch einmal um 1,47 Dollar oder zwei Prozent auf 71,63 Dollar pro Barrel. Sein europäisches Pendant Brent verlor bis zum Handelsende 1,24 Dollar oder 1,7 Prozent auf 72,38 Dollar pro Barrel. Der nächstfällige Future auf ICE-Gasoil (Referenz für Heizöl und Dieselkraftstoff in Europa) ermäßigte sich um 8,75 Dollar auf 617,25 Dollar pro Tonne.
Damit notiert US-Rohöl WTI aktuell in unmittelbarer Nähe seines 11-Wochen-Tiefs.Die Benzin-Futures an der NYMEX markierten gestern zeitweise den tiefsten Stand seit Dezember 2009.

Charttechnik signalisiert überverkaufte Situation

Der RSI 14 (Relativ Strengt Index) für Rohöle WTI (30,03) und BRENT (35,42) notieren mittlerweile in der Nähe der  30-Punkte-Marke gefallen. Ein Wert unter 30 indiziert aus charttechnischer Sicht eine überverkaufte Situation, bei einem Wert über 70 Punkten sprechen Experten vom überkauften Markt.

API – Bestandsdaten: Abbau der US-Rohölbestände

Die US-Rohöllagerbestände sind gemäß veröffentlichtem Report des Interessenverbandes der US-Ölindustrie API in der vergangenen Woche überraschend um 1,85 Millionen Barrel gesunken. Im Vorfeld befragte Analysten dagegen rechnen mit einem deutlichen Aufbau der Rohöl-Vorräte. Wie das American Petroleum Institut meldet, verzeichneten die Bestände an Benzin zuletzt einen Zuwachs um 692.000 Barrel. Experten erwarten eine Reduzierung um ca. 500.000 Barrel. Auch die Vorräte an Mitteldestillaten wie Heizöl und Dieselkraftstoff stiegen gemäß API zuletzt unerwartet deutlich um 1,88 Millionen Barrel und damit fast doppelt so stark wie von Experten prognostiziert.

Marktteilnehmer warten nun auf die Veröffentlichung der Zahlen der US-Energiebehörde am Mittwochnachmittag. Die Daten der EIA/DOE werden im Markt höher gewichtet, da diese auf Basis verpflichtender Meldungen in der Ölindustrie generiert werden. Die Zahlen des API beruhen auf freiwilligen Angaben von Raffinerien, Tanklager- und Pipelinebetreibern sowie Mineralölhändlern.

Hurrikan-Saison:  Drei Wettersysteme mit Bedrohungspotenzial im Atlantik

Laut letztem Update des „National Hurrican Center“ (NHC) wird Hurrikan „Danielle“ die Öl- und Gasfelder im Golf von Mexiko wohl verschonen. Animierte Vorhersagen zum weiteren Weg von „Danielle“ prognostizieren aktuell eine Bewegung des Hurrikans westlich an den karibischen Inseln Puerto Rico, Dominikanische Republik und Bahamas vorbei.

Ein  Tiefdruckgebiet 200 Meilen westlich der Kapverdischen Inseln mit Richtung West-Nordwest hat laut „NHC“ ein 90 prozentiges Potenzial für eine Entwicklung zu einem Tropensturm. Ob dieser aber auch  den Weg Richtung Golf von Mexiko einschlagen würde, bleibt abzuwarten. Eine weitere kleine Unwetterformation im Golf von Mexiko ist derzeit keine Bedrohung für die Öl- und Gasförderung vor Ort. Aktuelle Updates des NHC

Aktuelle Marktdaten im Überblick:

Gasoil:         618,75 USD/Tonne
BRENT:         72,72 USD/Barrel
WTI:            71,84 USD/Barrel
Pegelstand Kaub:     264 cm
Pegelstand Rheinalle:     623 cm
Euro:            1,2628(EUR/USD)
Schweizer Franken:     1,0284 (USD/CHF) – 1,2987 (EUR/CHF)

Wirtschaftstermine heute:

10:00 ifo-Geschäftsklimaindex (DE)
14:30 Aufträge langlebiger Güter (USA)
16:00 Verkauf neuer Häuser (USA)
16:30 DOE/EIA-Rohöl-Lagerbestände (USA)

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