Samstag, 11.02.2012

Festerer Dollar und schwache „Hermine“ sorgen für Verkaufsdruck
Ölpreise zweiten Tag in Folge gesunken / Heizölpreise aktuell 50 Cent teurer

Die Ölpreise verzeichnen im Übergang vom asiatischen in den europäisch geprägten Handel am Dienstag leichte Verluste. Nach den feiertagsbedingten dünnen Umsätzen gestern (Labor-Day in USA) kostet ein Barrel (159 Liter) der US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Oktober aktuell 73,92 Dollar und damit 68 Cent oder ein knappes Prozent weniger als zum Handelsende am Freitag. Der nächstfällige Future auf Europäisches Rohöl der Sorte Brent gibt am Morgen gegenüber gestern um 12 Cent oder 0,16 Prozent auf 76,75 Dollar pro Barrel nach.

Öltanker

Öltanker

Heizölpreise am Dienstag etwas gestiegen - ICE-Gasoil notiert an der ICE in London 1,25 Dollar höher als zum Handelsschluss am Montag bei aktuell 652,50 Dollar pro Tonne. Gasoil gilt als Referenzbörsenwert für Heizöl und Dieselkraftstoff in Europa. Der Euro leidet am Dienstag unter neuerlichen Sorgen um das EU-Bankensystem. Aktuell wird die europäische Gemeinschaftswährung an den internationalen Devisenbörsen mit 1,2796 Dollar und damit rund ein Cent niedriger bewertet als im späten Handel gestern.

Die Heizölpreise notieren heute Morgen rund 50 Cent pro 100 Liter höher. Der Rückgang der globalen Ölpreise wird durch den Anstieg des Dollars auch zu Lasten des Euros mehr als kompensiert und führt zu diesem Preisanstieg.

Am Dienstagmorgen kostet Heizöl extra leicht in Standardqualität (DIN 51603-1) bei einer Abnahmemenge von 3000 Litern in Deutschland im Durchschnitt 65,40 Euro pro 100 Liter inklusive Mehrwertsteuer. In Österreich liegt der Heizölpreis aktuell steuerbedingt  höher bei 74,30 Euro pro 100 Liter. In der Schweiz kostet leichtes Heizöl bei einer Abnahmemenge von 3.000 Litern in der Referenzregion Zürich heute Morgen 82,35 CHF pro 100 Liter. Heizölpreise aktuell für Ihre Region

Dollar und Versorgung stark, „Hermine“ und Nachfrage schwach

Heute Morgen belasten laut Marktteilnehmern der gestiegene Dollar sowie das offensichtliche Abziehen von Tropensturm „Hermine“ ohne größere Auswirkungen auf die Ölförderung und Raffineriekapazitäten im Golf von Mexiko den Handel an den Ölmärkten.  Auch die unvermindert mehr als komfortable Versorgungslage bei gleichzeitig nur mäßiger Nachfrage in den USA sorgte erneut für schwächere Ölpreise.

Der Dollar kann heute gegen den Euro zulegen. Neuerliche Diskussionen um das Ausmaß des erfolgten Bankenstresstests belasten die europäische Gemeinschaftswährung am Dienstagmorgen.

Ein festerer Dollar verteuert das in Dollar-notierte Öl für Anleger und Verbraucher aus anderen Währungsregionen (in diesem Fall Euro) und dämpft somit die Nachfrage. Dieser Umstand führt regelmäßig zu sinkenden Ölpreisen.

Höhepunkt der Hurrikan-Saison: Zwei Unwettersysteme aktiv

Tropensturm „Hermine“ derzeit mit Windspitzen bis zu 100 Stundenkilometern aktiv im äußersten Westen des Festlandes am Golf von Mexiko stellt aktuell keine Bedrohung für Ölförderungs- und verarbeitungsanlangen in der Region dar.  Mehr zur aktuellen Wettersituation im Atlantik auf der Website des NHC

Das verbliebende Wettersystem um den ehemaligen Sturm „Gaston“ bewegt sich aktuell über den Leeward Islands westwärts in Richtung Karibische Inseln. Die Wahrscheinlichkeit für ein erneute Entwicklung zu einem tropischen Zyklon bewertet das „National Hurrican Center“ (NHC) derzeit mit 50 Prozent.

Die aktuelle Hurrikan-Saison sorgte bisher trotz Befürchtungen um eine verhältnismäßig große Anzahl an starken Stürmen nur zu geringen Unterbrechungen der Ölförderung sowie Aufräumarbeiten im Golf von Mexiko nach der Explosion der „Deepwater Horizon“. Lediglich Tropensturm „ Bonnie“ hatte im Juli für kurzzeitige Einschränkungen der Arbeiten in der Region geführt.

Die Wetterbehörde der US-Regierung sieht in eine ihrer letzten Prognose für die aktuelle Hurrikan-Saison die Gefahr, dass die Hurrikane-Aktivitäten in diesem Jahr so stark wie seit 2005 nicht mehr ausfallen. Im August 2005 hatte die Wucht der Hurrikans "Katrina" und „Rita“ zu massiven Zerstörungen an den Küsten der USA und tagelangen Unterbrechungen der Öl- und Gasförderung im Golf von Mexiko geführt.

Aktuelle Marktdaten im Überblick:

Gasoil: 652,50 USD/Tonne
BRENT: 76,75 USD/Barrel
WTI: 73,92 USD/Barrel
Pegelstand Kaub: 271 cm (-22)
Pegelstand Rheinalle: 622 cm (-6)
Euro: 1,2796 (EUR/USD)
Schweizer Franken: 1,0101 (USD/CHF) – 1,2931 (EUR/CHF)

Wirtschaftstermine heute:

09:00 Treffen der EU-Finanzminister (EU)
12:00 Auftragseingang Juli (DE)
16:00 Beschäftigungsindikator (USA)

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