Widerstand gegen BHP Billiton
Potash Corp. stemmt sich gegen Übernahme
So einfach will Potash es BHP Billiton nicht machen. Die Kanadier kämpfen mit allen Mitteln gegen die Übernahme durch die Australier an. Und sei es nur, um den Preis nach oben zu treiben.
Die Stellungnahme aus dem Hauptquartier von Potash (WKN: 878149) ist erwartet worden. Der Verwaltungsrat des Unternehmens empfiehlt seinen Anlegern einstimmig, die Übernahmeofferte von BHP Billiton (WKN: 908101) nicht anzunehmen. Die australische BHP bietet je Aktie von Potash Corp 130 Dollar. Inzwischen liegt der Kurs für Potash-Papiere jedoch schon bei mehr als 150 Dollar, die Tendenz ist weiter steigend.
Gleichzeitig hat sich Potash Corp auf dem Markt umgehört. Es gibt Gespräche mit möglichen anderen Kaufinteressenten, das hat der Verwaltungsrat bestätigt. Namen sind aus der Firmenzentrale jedoch offiziell nicht zu vernehmen. Dafür spekulieren die verschiedenen Medien weiter. Bei Bloomberg beruft man sich auf eine Person, die mit dem Vorgang vertraut ist. Demnach scheinen Sinochem aus China und Vale (WKN: 897998) aus Brasilien am Kauf des weltgrößten Kaliherstellers interessiert zu sein. Beide könnten in dem Bietergefecht die Rolle des „Weißen Ritters“ übernehmen. Der Name von Vale war bereits in der Vorwoche von Analysten ins Spiel gebracht worden. Die Brasilianer haben erst jüngst Teile des Kaliherstellers Bunge aus den USA erworben, ein weiterer Zukauf würde demnach ins Konzept passen.
Sinochem ist für Potash kein unbekanntes Unternehmen, man hält an einer Tochter der Chinesen einen Anteil von 22 Prozent. Demnach ist es nicht ganz abwegig, dass zwischen beiden Gruppen Gespräche stattfinden könnten, da man sich gut kennt. Bestätigt werden entsprechende Konsultationen jedoch von keiner Seite.
Das „Wall Street Journal“ glaubt, dass Hopu, ein Beteiligungsfonds aus China, zusammen mit einem Konsortium Interesse am Kauf von Potash hat. Hier beruft man sich auf Firmenkreise. Im Konsortium von Hopu sollen sich Investoren aus Asien, den USA und Kanada befinden, die Rede ist von zwei Staatsfonds.
Sicher ist derzeit wenig, die Spekulationen schießen ins Kraut. Doch der Kurs an der Börse gibt einen klaren Hinweis darauf, dass BHP Billiton mit seiner alten Offerte keinen Sieg landen wird. Diese muss nachgebessert werden, wenn die Australier sich Hoffnung auf eine Übernahme machen wollen. Je nach Analystenhaus liegen die Schätzungen für eine mögliche neue Offerte bei 150 Dollar bis 175 Dollar je Potash-Aktie, auch 200 Dollar sind bisweilen zu hören.
Doch all dies nutzt nichts, wenn die kanadische Regierung am Ende den Deal ablehnt. Bei Akquisitionen dieser Größe, bei denen einheimische Unternehmen an ausländische Investoren verkauft werden, hat die Regierung das letzte Wort und muss grünes Licht geben. Dies könnte dem Kabinett durch verschiedene Zusagen versüßt werden. So könnte die Firmenzentrale von Potash in Kanada bleiben. Derzeit agiert die Firmenspitze vom US-amerikanischen Chicago aus. Auch scheint es nicht unmöglich, dass BHP weitere Offerten macht, um die behördliche Zustimmung zu erhalten.
Die kommenden Wochen werden in dieser Hinsicht noch für manche Meldung gut sein. Ein Ende in der Übernahmeschlacht ist noch überhaupt nicht in Sicht.
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