Donnerstag, 19.01.2017
von Miriam Kraus in Rohstoff Daily

Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 03.10.-10.10.2016: Erdöl und Gold

Miriam Kraus - Redaktion Investor Verlag

Miriam Kraus - Redaktion Investor Verlag

Liebe Leserin, lieber Leser, die Ölpreise sind in der vergangenen Woche wieder zurückgekommen. Grund dafür sind die sich langsam normalisierenden Erwartungen bezüglich einer konzertierten Ölproduktionssenkung seitens der Ölländer. Zwar heißt es von Seiten Saudi-Arabiens weiterhin man sehe gute Chancen auf eine Einigung bezüglich der Begrenzung des Ölangebots. Doch andere Länder dämpften den Optimismus in der letzten Woche wieder etwas.

So schließt beispielsweise der Chef des größten russischen Ölunternehmens Rosneft für sein Unternehmen kategorisch jede Drosselung der Ölproduktion aus- Und auch Russlands Energieminister relativierte, man wolle zwar die Entscheidung der OPEC zur Senkung der Ölproduktion unterstützen, allerdings nur mit einer Deckelung der russischen Ölproduktion. Diese befindet sich derzeit allerdings auf einem Rekordniveau.

Tatsache ist auch, dass die OPEC derzeit rund 700.000 Barrel Öl mehr produziert, als benötigt wird. Die Internationale Energieagentur IEA geht überdies davon aus, dass der Ölmarkt bis mindestens Mitte 2017 überversorgt bleibt, sollte es nicht zu entsprechenden Eingriffen kommen.

Weiterhin übten auch die aktuellen US-Rohöllagerbestandsdaten Druck auf die Ölpreise aus. Wie das US-Energieministerium letzte Woche berichtete, sind die US-Rohölvorräte in der vorvergangenen Woche um deutliche 4,9 Millionen Barrel gestiegen.

Allerdings gab es auch einige positiver Nachrichten zu vermelden. So hat China im September die niedrigen Ölpreise zu umfangreichen Käufen genutzt. Wie die chinesische Zollbehörde berichtete sind die Rohölimporte um 18% gegenüber dem Vorjahresmonat auf 8,04 Millionen Barrel gestiegen.

Das entspricht einem neuen Rekordniveau. Chins hat damit überdies nun die USA als den weltweit größten Rohölimporteur überholt. In den ersten 9 Monaten dieses Jahres lagen die Ölimporte um 14% über der Vorjahresperiode. Diese News halfen die Ölpreise wieder etwas zu stabilisieren, dennoch schließen die Ölpreise die vergangene Woche mit einem Wochenverlust ab.

Brent zur Lieferung im Dezember handelt aktuell bei 52 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im November notiert aktuell bei 50,25 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Es bleibt nach wie vor sehr fraglich wie die OPEC die Produktionskürzung umsetzen will. Angesichts des bestehenden Überangebots ist sie dringend notwendig, doch es ist kaum davon auszugehen, dass Saudi-Arabien die Last alleine tragen wird.

Zudem mehren sich die Anzeichen für eine schwächere weltweite Nachfrage. Demzufolge dürfte der letzte Höhenflug der Ölpreise eigentlich nicht mehr allzu lange anhalten.

Edelmetalle: Gold

Der Goldpreis bildete in der vergangenen Woche nach dem Einbruch der vorvergangenen Woche nun einen Boden aus zwischen 1.250 und 1.260 US-Dollar pro Unze. Ein festerer US-Dollar und steigende Erwartungen an eine FED-Zinsanhebung in den kommenden Monaten drücken auf den Goldpreis.

Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit für eine FED-Zinsanhebung noch vor den US-Präsidentschaftswahlen nicht sehr hoch. Demzufolge dürfte ein solcher Zinsschritt frühestens im Dezember stattfinden.

Daneben wurde allerdings eine Reihe fundamental unterstützender Faktoren weitgehend ignoriert. So gibt es Anzeichen für eine steigende Goldnachfrage in Asien und auch die Gold-ETFs verzeichnen weiterhin deutliche Zuflüsse.

Gold handelt aktuell bei 1.250,50 US-Dollar pro Feinunze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Es ist ganz offensichtlich, dass sich die Entwicklung am Papiergoldmarkt von jener im Markt für physisches Gold derzeit vollständig abgekoppelt hat. Physisches Gold ist und bleibt weiterhin gefragt, ganz besonders jetzt sogar, wo das günstige Preisniveau zu Schnäppchenkäufen einlädt.

Offenbar sind noch zittrige Hände im Markt, die einer nachhaltigen Preiserholung im Weg stehen. Sobald diese vollständig aus dem Markt gespült sind und die fundamentale Ausgangslage in den Köpfen der Marktteilnehmer ankommt, dürfte die starken Hände ausgehend vom physischen Markt für eine Erholung sorgen.






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