Montag, 16.01.2017
von Miriam Kraus

Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 03.10.-10.10.2016: Goldpreis - aktuell massiv günstiges Kaufniveau

Miriam Kraus - Redaktion Investor Verlag

Miriam Kraus - Redaktion Investor Verlag

Liebe Leserin, lieber Leser, die Ölpreise sind in der vergangenen Woche weiter gestiegen. Erst am Freitag verbuchten die Preise dann wieder einen Rückgang, nachdem der Öldienstleister Baker Hughes die aktuellen Zahlen zu den US-Ölbohrungen bekannt gegeben hatte. Baker Hughes zufolge ist die Zahl der aktiven Ölbohrungen in den USA in der vorvergangenen Woche um 3 auf 428 gestiegen. Das markiert den 14. Wochenanstieg in den vergangenen 15 Wochen.

Energie: Erdöl

Liebe Leserin, lieber Leser, die Ölpreise sind in der vergangenen Woche weiter gestiegen. Erst am Freitag verbuchten die Preise dann wieder einen Rückgang, nachdem der Öldienstleister Baker Hughes die aktuellen Zahlen zu den US-Ölbohrungen bekannt gegeben hatte. Baker Hughes zufolge ist die Zahl der aktiven Ölbohrungen in den USA in der vorvergangenen Woche um 3 auf 428 gestiegen. Das markiert den 14. Wochenanstieg in den vergangenen 15 Wochen.

Unterstützung erhielten die Ölpreise letzte Woche vor allem aufgrund der von der OPEC in Aussicht gestellten Produktionskürzungen. Allerdings scheint es, als sei die Einigung über die Umsetzung noch nicht erzielt. Von Seiten der OPEC selbst wurde bekannt gegeben, man werde die Details nicht vor dem nächsten offiziellen Meeting des Kartells am 30.November bekannt geben.

Aus den USA wurden erneut preisunterstützende Lagerdaten übermittelt. Wie das US-Energieministerium bekannt gab, sind die US-Rohöllagerbestände in der vorvergangenen Woche um 3 Millionen Barrel gesunken. Das entspricht dem fünften Wochenrückgang in Folge. Inzwischen liegen die US-Rohölbestände damit erstmals seit Januar wieder unter der Marke von 500 Millionen Barrel.

Brent zur Lieferung im Dezember handelt aktuell bei 51,69 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im November notiert aktuell bei 49,70 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.


Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Es bleibt fraglich wie und ob die von der OPEC in Aussicht gestellte Produktionskürzung umgesetzt werden wird. Denn zwar hat Saudi-Arabien seine Produktion zuletzt im September gegenüber dem Rekordergebnis vom August etwas gesenkt, doch dafür wurde im Irak und in Libyen mehr produziert. Insgesamt hat das OPEC-Kartell laut Reuters im September mit 33,6 Millionen Barrel pro Tag sogar mehr produziert als jemals zuvor. Darüber hinaus führt der Preisanstieg der letzten Wochen auch wieder dazu, dass außerhalb der OPEC mehr produziert wird, worauf auch die steigenden US-Ölbohrungen hindeuten. Überdies scheint auch Saudi-Arabien noch immer nicht kampflos seine Marktanteile aufgeben zu wollen. So hat das Land erst kürzlich die Preise für Öllieferungen im November sowohl für die USA, als auch für Europa und Asien gesenkt. Vor diesem Hintergrund ist es sehr fraglich, ob ein Abbau des weltweiten Überangebots mittelfristig überhaupt erzielen werden und das derzeitige Preislevel lange Bestand haben kann.

Edelmetalle: Gold

Der Goldpreis ist in der letzten Woche deutlich nach unten eingebrochen und erreichte am Freitag ein Tief bei knapp unter 1.245 US-Dollar pro Unze, bevor ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht den Preisen wieder Unterstützung bot.

Grund für den Preisrückgang um 5% in der letzten Woche ist eine Kombination aus technischen Verkäufen, die nach dem Unterschreiten der 1.300 US-Dollar-Marke noch weiter angekurbelt wurden, in Verbindung mit einem vergleichsweise „dünneren" Markt in Abwesenheit der Händler aus China, wo letzte Woche feiertagsbedingt die Börsen geschlossen waren.

Ausschlaggebend für den Beginn der sich verselbstständigenden Abverkäufe dürfte ein starker US-Dollar sein, aufgrund steigender Zinserwartungen nachdem zwei FED-Offizielle sich öffentlich für eine Zinserhöhung ausgesprochen hatten. Dann dürfte es zudem zu Computer gesteuerten überzogenen technischen Anschlussverkäufen gekommen sein.

Gold handelt aktuell bei 1.2567,60 US-Dollar pro Feinunze.


Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Fundamental betrachtet spricht derzeit nichts für einen tieferen Goldpreis. Die globalen Unsicherheiten nehmen eher zu als ab, die weltweite Verschuldung steht auf Rekordniveau, die Konjunkturentwicklung ist bedenklich und die Geldpolitik der weltweiten Notenbanken ist und bleibt auf expansivem Kurs im Niedrigzinsumfeld. Falls die FED im Dezember wirklich die Zinsen anheben sollte (aufgrund der US-Präsidentschaftswahlen vorher sicher nicht), dann höchstens marginal. Überdies dürfte dies auch im Dezember in einem konjunkturell schwachen Umfeld passieren. Beim letzten Mal, als die FED in einem wirtschaftlich schwachen Umfeld die Zinsen angehoben hatte im Dezember 2015, hatte dies eine echte Goldrallye zur Folge. Dies zum mittelfristigen Ausblick. Für diese Woche dürfte die Rückkehr der chinesischen Händler an die Märkte dem Goldpreis bereits kurzfristig Unterstützung bieten, da das aktuell günstige Preislevel vor allem preissensitive Käufer anziehen dürfte.

Industriemetalle: Kupfer

Die vergangene Woche setzte auch die Industriemetallpreise unter Druck. Der starke US-Dollar und der Ausfall Chinas letzte Woche dürften dafür ausschlaggebend sein. In China blieben die Börsen aufgrund der „Goldenen Woche" feiertagsbedingt geschlossen.

Selbst positive Konjunkturdaten aus China und den USA verpufften unwirksam im Markt. So ist der von Caixin herausgegebene Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe (PMI) in China im September auf 50,1 Punkte gestiegen und verharrt damit den 3. Monat in Folge im expansiven Bereich. Auch der US-amerikanische ISM-Einkaufsmangerindex ist zuletzt wieder in den expansiven Bereich gestiegen.

Auf der anderen Seite gab es in einigen Metallmärkten auch eine Reihe dämpfender News. So heißt es nun aus Philippinen, dass man den von der Schließung bedrohten Minen doch mehr Zeit geben wolle, die angeblichen Mängel zu beheben. Überdies seien einige der Verstöße doch nur minimal. Und auch Indonesien könnte seine harte Haltung etwas auflockern. Scheinbar will die dortige Regierung nun die auslaufende Genehmigung für die Ausfuhr von Konzentraten um 3-5Jahre verlängern. Außerdem könnte zudem der Export von qualitativ geringwertigeren Nickelerzen erlaubt werden. Damit könnte das Nickeldefizit doch geringer ausfallen, als erwartet. Auch am Zinnmarkt zeigen sich Zeichen der Entspannung, nachdem Indonesien seine Zinnexporte schon den zweiten Monat in Folge massiv gesteigert hat.

Im Falle von Kupfer sind die jüngsten Maßnahmen allerdings zu gering. Wie die nationale Statistikbehörde in Chile bekannt gab, wurde die Kupferproduktion im August ausgeweitet. Dies ist aber vor alle auf den extrem niedrigen Vormonatswert zurückzuführen. In den erste 8 Monaten dieses Jahres lag die chilenische Kupferproduktion damit immer nur 4% unter jener des Vorjahreszeitraums.

Kupfer handelt aktuell bei 2,15 US-Dollar pro Pfund.

Kupferpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Chiles Kupferproduktion hinkt derjenigen des Vorjahres massiv hinterher. Und dieser Rückstand kann in diesem Jahr auch nicht mehr aufgeholt werden. Damit steuert der Kupfermarkt auch in 2016 wieder auf ein globales Defizit zu. Angesichts dessen sollte Kupfer generell Unterstützung erhalten.

Agrarrohstoffe: Zucker

Der Zuckerpreis konnte in der vergangenen Woche weiter anstiegen und erreichte am Mittwoch ein Hoch bei 23,81 US-Cent pro Pfund zur Lieferung im März an der ICE.

Grund dafür ist einerseits die schwache Ernte in Brasilien, andererseits die niedrige Zuckerproduktion in Indien.

In Brasilien wird nun für das wichtigste Zuckeranbaugebiet Center-South für 2016/17 eine Zuckerrohrproduktion unter jener des Vorjahres bei 617 Millionen Tonnen erwartet. Abzuwarten bleibt allerdings wie hoch schließlich die Zuckerproduktion ausfallen wird. Denn aufgrund der höheren Preise ist mehr Zuckerrohr zu Zucker verarbeitet worden.

Aus Indien dagegen sind die Nachrichten eindeutig. Die dortige Zuckerproduktion dürfte deutlich hinter jenes der Vorjahres zurückbleiben. Derzeit erschweren zudem heftige Regenfälle den Erntebeginn im wichtigsten Anbaustaat Maharashtra. Nach einer Zuckerproduktion von 25,1 Millionen Tonnen im Vorjahr erwartet die indische Zuckermühlenvereinigung nun einen deutlichen Rückgang auf 23,4 Millionen Tonnen. Die Teilnehmer einer Bloomberg-Umfrage gehen sogar noch weiter und erwarten im Median nur eine Produktion von 22,5 Millionen Tonnen.

Zucker zur Lieferung im März handelt aktuell bei 23,38 US-Cent pro Pfund.

Zuckerpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com


Ausblick

Der Zuckerpreis dürfte vorerst gut unterstützt bleiben.

So long liebe Leser...damit verabschiede ich mich für heute und wünsche Ihnen noch einen Super-Start in die neue Woche...liebe Grüße...

Ihre Miriam Kraus






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