The Gold Company
Montag, 16.01.2017

Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 07.11.-14.11.2016: Erdöl und Gold

Miriam Kraus - Redaktion Investor Verlag

Miriam Kraus - Redaktion Investor Verlag

Liebe Leserin, lieber Leser, das beherrschende Thema in der vergangenen Woche, der Sieg des Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl, bewirkte zunächst auch Auswirkungen auf die Ölmärkte und schob die Preise zunächst an. Zum Ende der Woche konnte die Euphorie am Ölmarkt aber nicht halten und die Preis gaben erneut deutlich ab. Im Wochenvergleich verzeichnen die Ölpreise erneut ein Minus.

Direkt nach dem Wahlsieg von Donald Trump in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in der vergangenen Woche gaben die Ölpreise in einer ersten Reaktion zunächst um bis zu 3% ab, nur um hernach deutliche Ausschläge nach oben vorzunehmen. Grund dafür waren wohl Überlegungen hinsichtlich einer möglichen energiepolitischen Wende in den USA.


So hatte Trump im Vorfeld der Wahlen mehrfach betont, er wolle die während der Obama-Regierung eingeführten Beschränkungen für die Nutzung von fossilen Brennstoffen wieder aufheben. Außerdem kritisierte er mehrfach das Atomabkommen mit dem Iran.

Zum Ende der Woche kehrte dann allerdings eine Art Besinnung in den Ölmarkt zurück, nachdem Trump eine relativ verhaltene Rede nach seinem Wahlsieg gehalten hatte. So konnten erneut die Fundamentaldaten in den Fokus der Marktteilnehmer vorrücken und diese sprechen weiterhin eher für niedrigere Ölpreise.

So bleibt der globale Ölmarkt weiterhin massiv überversorgt wie die Internationale Energieagentur noch einmal in der letzten Woche bestätigte. Grund dafür ist eine massive Überproduktion ausgehend von der OPEC, die ihre Förderung zuletzt im Oktober um weitere 230.000 Barrel auf ein neues Rekordniveau bei 33,83 Millionen Barrel pro Tag ausgeweitet hatte, und von Russland, das seine Produktion in den letzten 2 Monaten um 500.000 Barrel auf rekordhohe 11,2 Millionen Barrel pro Tag gesteigert hatte.

Sollte das aktuelle globale Produktionsniveau nicht gesenkt werden, so die IEA, dürfte der Markt bis Ende 2017 überversorgt bleiben. Entsprechend hoch ist nun der Druck auf die OPEC bei ihrer kommenden Sitzung in 3 Wochen eine Produktionskürzung vorzunehmen. Doch bis auf Saudi-Arabien und seine verbündeten Golfstaaten will sich bislang kein OPEC-Land zu einer Kürzung bekennen. Auch Russland ist im Höchstfall bereit, die Produktion einzufrieren.

Auch aus den USA gab es fundamental betrachtet weiterhin preisdrückende News. So sind, wie das US-Energieministerium bekannt gab, die Rohöllagerbestände erneut um weitere 2,4 Millionen Barrel gestiegen. Und aus China wurden zudem schwache Importdaten gemeldet. Wie die chinesischen Zollbehörden bekannt gaben, sind Chinas Rohölimporte im Oktober um 16% gegenüber dem Vormonat auf 6,79 Millionen Barrel pro Tag gesunken.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche
Quelle: stockcharts.com

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Brent zur Lieferung im Januar handelt aktuell bei 44,52 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im Dezember notiert derzeit bei 43,14 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Ausblick

Angesichts der fundamentalen Ausgangslage im globalen Ölmarkt dürften die Ölpreise eher gedämpft bleiben. Zwischenzeitliche Reaktionen in Bezug auf die künftige politische Ausrichtung der USA dürften kurzfristiger Natur bleiben, bis sich hier eine klare Linie abzeichnet. Hoher Druck lastet aber auf der OPEC. Je näher die nächste Sitzung rückt, desto volatiler dürfte sich der Markt präsentieren.

Edelmetalle: Gold

Entgegen aller Erwartungen hat der Wahlsieg des Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen in der letzten Woche dem Goldpreis keinen Auftrieb verliehen. Im Gegenteil geriet der Goldpreis deutlich unter Druck und sank im Tief am Freitag bis auf 1.220 US-Dollar pro Unze.

Grund dafür ist die neu entstandene Markteuphorie, nachdem sich Trump nach den Wahlen vergleichsweise gemäßigt gezeigt hatte. Nun schätzen die Marktteilnehmer offenbar die Unsicherheiten als geringer ein. Erwartungen an ein massives Ausgabenprogramm der kommenden Regierung mit Steuersenkungen und steigenden Infrastrukturausgaben hat die Nachfrage nach risikofreudigeren Vermögenswerten wie Aktien und Industriemetalle angeheizt. Da ein solches Programm aber über weitere Schulden finanziert werden müsste, wird zugleich eine steigende Inflation erwartet, was wiederum die Erwartungen an eine baldige Zinsanhebung durch die FED angeheizt hat.

Entsprechend gab der Goldpreis entlang eines steigenden Risikoappetits mit steigenden Aktienmärkten und einem festeren US-Dollar ab.

Gold handelt aktuell bei 1.227,60 US-Dollar pro Feinunze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Ich persönlich halte die Marktreaktionen für verfrüht. Zum einen ist derzeit in Wahrheit zu wenig bekannt, wie die kommende US-Regierung ihre Politik tatsächlich ausgestalten wird, geschweige denn, ob es tatsächlich zu derart massiven Ausgabenprogrammen kommen wird. Zum anderen dürfte ein derart massives Deficit-Spending, wie es erwartet wird, nicht nur die Haushaltslage der USA zunehmend belasten, sondern auch dafür sorgen, dass selbst bei Zinsanhebungen durch die FED, die steigende Inflation die Realzinssätze niedrig hält. Alles in allem würde ich zwar den Großteil dessen, was während des Wahlkampfs in den USA gesagt wurde nicht auf die Waagschale legen, was aber wiederum m.E. zu verstärkter Unsicherheit in Bezug auf die tatsächlich kommende Ausgestaltung der US-Politik führt.






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