Sonntag, 26.03.2017
Miriam Kraus in Rohstoff Daily

Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 14.11.-21.11.2016: Erdöl und Gold

Miriam Kraus - Redaktion Investor Verlag

Miriam Kraus - Redaktion Investor Verlag

Liebe Leserin, lieber Leser, die Ölpreise sind in der vergangenen Woche wieder gestiegen, nachdem erneut Nachrichten von Seiten der Öl-produzierenden Länder Hoffnungen auf eine Produktionssenkung aufkeimen ließen.

So gab es diplomatische Versuche seitens Katar, Venezuela und Algerien um auf der nächsten OPEC-Sitzung einen Kompromiss für eine gemeinsame Produktionsbeschränkung zu erwirken. Auch der saudi-arabische Ölminister Al-Falih äußerte sich optimistisch hinsichtlich der Aussicht auf einen Beschluss der OPEC auf der kommenden Sitzung am 30.November. Al-Falih gab dabei sogar das konkrete Ziel einer Kürzung um 1 Million Barrel pro Tag auf 32,5 Millionen Barrel pro Tag an.

Auch von russischer Seite bekräftige der Energieminister Nowak, die Aussichten stünden gut auf eine Einigung auf Produktionsobergrenzen, welche auch Russland unterstützen wolle. Scheinbar erwägt sogar der Iran seine Förderung bei 4 Millionen Barrel pro Tag einzufrieren. Allerdings entspräche dieses Niveau sogar einer Ausweitung gegenüber dem Angebotsniveau des Landes vom Oktober bei 3,9 Millionen Barrel pro Tag.

Auch andere Staaten dürften nicht so einfach zu einem Kompromiss bereit sein. So hat auch der Irak zuletzt seine Produktion weiter ausgeweitet und mit Ausnahme von Saudi-Arabien und den verbündeten Golfstaaten hat bislang kein Land bekannt gegeben die Förderung kürzen zu wollen. Ein „Einfrieren" der Produktion ist hier oftmals schon das höchste der Gefühle. Wenn überhaupt, denn viele Länder fordern sogar von einer konzertierten Aktion ausgenommen zu werden.

Und auch die letzten Daten aus den USA gaben an sich keinen Anlass für steigende Preise. So berichtete das US-Energieministerium von einem Anstieg der US-Rohölvorräte in der vorvergangenen Woche um 5,3 Millionen Barrel. Das war deutlich mehr als zuvor erwartet worden war.

Damit sind die US-Rohöllagerbestände in den letzten 3 Wochen um 22 Millionen Barrel gestiegen und der zwischenzeitliche Lagerabbau in den Wochen davor wurde bereits komplett rückgängig gemacht.

Brent zur Lieferung im Januar handelt aktuell bei 46,89 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im Januar notiert derzeit bei 46,34 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick
Die Ölpreise dürften im Vorfeld der kommenden OPEC-Sitzung am 30.November auch weiterhin volatil bleiben. Aussagen von OPEC-Staaten zu Produktionskürzungen können zwischenzeitliche Unterstützung bieten, doch sollte die OPEC dann am 30.November nicht liefern, dürfte dies die Ölpreise dann massiv unter Druck setzen.

Edelmetalle: Gold
Der Goldpreis gab im Wochenvergleich in der vergangenen Woche weiter ab, wobei sich die Abwärtsdynamik deutlich abgeschwächt hat und der Goldpreis zwischenzeitliche Erholungstendenzen aufwies.

Weiterhin belastet ein starker US-Dollar nach der US-Präsidentschaftswahl aus welcher Donald Trump als Sieger hervorgegangen ist den Goldpreis. Verkaufsdruck gab es auch von Seiten einiger größerer Spekulanten. So hat der Milliardär Stan Druckenmiller nach eigenen Aussagen seine gesamte Goldposition veräußert, worauf Anschlussverkäufe und sicherlich einige Gewinnmitnahmen folgten.

Auch die Veröffentlichung positiver Konjunkturdaten in den USA trug zum Druck auf den Goldpreis bei, erhöhen diese doch die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung durch die FED im Dezember.

Gold handelt aktuell bei 1.207,40 US-Dollar pro Unze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick
Die Dynamik der Abwärtsbewegung im Goldpreis lässt bereits nach, was darauf schließen lässt das langsam die Gewinnmitnahmen ein Ende finden. Angesichts der bevorstehenden Tax-Loss-Selling-Saison bei der vor allem US-amerikanische Anleger noch vor Jahresende aus steuerlichen Gründen Gewinne und Verluste realisieren und der hohen Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung durch die US-Notenbank im Dezember, dürfte der Goldpreis vorerst etwas gedämpft bleiben.

Hernach allerdings sollte der deutliche Anstieg der Unsicherheit mit dem kommenden US-Präsidenten Trump dem Goldpreis wieder stärkere Unterstützung bieten, ebenso wie die wieder aufflammende Problematik in der Eurozone (je nach Ausgang des italienischen Referendums könnte auch schon vorher von dieser Seite massives Unterstützungspotenzial für den Goldpreis kommen).






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