Dienstag, 28.03.2017
von Miriam Kraus in Rohstoff Daily

Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 17.10.-24.10.2016: Erdöl und Gold

Miriam Kraus - Redaktion Investor Verlag

Miriam Kraus - Redaktion Investor Verlag

Energie: Erdöl. Liebe Leserin, lieber Leser,in der vergangenen Woche zeigten sich die Rohölpreise überaus volatil. Im Wochenvergleich notieren die Preise allerdings kaum verändert.

Noch immer bewegt die OPEC stark den Markt. Die Marktteilnehmer hoffen fast schon verzweifelt auf die Umsetzung der von der OPEC angekündigten Produktionskürzungen. Allerdings gibt es immer wieder Nachrichten, die diese Ankündigung deutlich relativieren.

So gab beispielsweise Nigeria bekannt, bis Ende des Jahres seine Ölproduktion um 20% auf 2,2 Millionen Barrel pro Tag ausweiten zu wollen. Und auch der Iran hatte bekannt gegeben, seine Produktion auf 5 Millionen Barrel ausweiten zu wollen. Dabei produziert die OPEC schon jetzt auf Rekordniveau.

Trotzdem gibt es immer wieder preisunterstützende Aussagen, insbesondere von Seiten Saudi-Arabiens. Dort äußerte sich der Ölminister sehr optimistisch zum Ölmarkt und bekräftiget noch einmal, dass die beabsichtigten Produktionskürzungen den Ölmarkt wieder ins Gleichgewicht bringen würden.

Bislang haben derartige Äußerungen allerdings nur dazu beigetragen, die Ölpreise spekulativ anzutreiben. Das hat nun bereits Effekte zur Folge, die eher auf ein weiterhin wachsendes globales Überangebot hindeuten. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang der deutliche Anstieg der Ölbohrungen in den USA.

Diese sind laut Baker Hughes in der vorvergangenen Woche zum 15. Mal in den vergangenen 16 Wochen gestiegen. Damit wurden bereits 50% des Rückgangs seit Jahresbeginn wieder rückgängig gemacht.

Deutliche Preisunterstützung gab es zeitweilig zur Wochenmitte nachdem das US-Energieministerium EIA erneut einen deutlichen Abbau der US-Rohöllagerbestände in der vorvergangenen Woche meldete. Diese sind um massive 5,2 Millionen Barrel gesunken. Grund dafür war ein deutlicher Einbruch der Rohölimporte auf ein 16-Monatstief.

Die Freude hielt allerdings nicht lang, denn das Öl welches nicht von den USA aufgesogen wird, landet zwangsläufig auf dem Weltmarkt und führt damit zu einem weiteren Anstieg des globalen Überangebots. Daran ändern langfristig auch die zuletzt kräftigen Rohölimporte Chinas nichts.

Wie die Nationale Statistikbehörde berichtete hat die Volksrepublik im September mit 8 Millionen Barrel ein neues Rekordniveau an Rohöl eingeführt. Grund dafür ist der starke Rückgang der chinesischen Rohölproduktion um 10% im September gegenüber dem Vorjahresmonat, aufgrund des aktuell niedrigen Preisniveaus, welches Teile der Produktion unrentabel macht.

Jedoch dürften steigende Preise, wie sie die OPEC durch die geschürten Hoffnungen auslöst, schließlich wieder den gegenteiligen Effekt in China zur Folge haben und die inländische Produktion stärken.

Brent zur Lieferung im Dezember handelt aktuell bei 51,92 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im Dezember notiert aktuell bei 50,99 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick
Angesichts der fundamentalen Ausgangslage mit dem bestehenden globalen Überangebot und dem offenkundigen Unvermögen der Öl produzierenden Länder dieses auszugleichen, dürften weitere Preisanstiege limitiert bleiben. Allerdings dürften auch Verluste begrenzt sein, so lange die OPEC weiterhin die Hoffnung auf umfassende Produktionskürzungen schürt. Die Preisentwicklung dürfte weiterhin volatil bleiben.

Edelmetalle: Gold
Der Goldpreis ist in der vergangenen Woche wieder gestiegen. Die Marke bei 1.260 US-Dollar hat als starke Unterstützung gehalten.

Grund für die erste Erholung in dieser Woche ist der nachlassende Verkaufsdruck seitens der Spekulanten an den Futures-Börsen. Diese hatten in den letzten beiden ihre Netto-Long-Positionen um über 106.000 Kontrakte reduziert, was dem Verkauf von 331 Tonnen Gold entspricht. Allerdings handelt es sich nur um Gold auf dem Papier. Die physische Nachfrage dagegen blieb weiterhin hoch.

So verzeichneten beispielsweise die Gold-ETFs im gleichen Zeitraum dagegen Zuflüsse von 14,4 Tonnen Gold. Und auch die aktuellen Daten der Schweizer Zollbehörde zeigen deutlich wie stark sich die physische Nachfrage gerade aktuell entwickelt.

So hat die Schweiz im September mit 74,6 Tonnen Gold rund 13% mehr Gold an China, Hongkong und Indien ausgeführt als im Vormonat. Besonders die Ausfuhren nach China und Indien zeigte sich überaus stark. Indien hat im September den höchsten Wert an Gold importiert seit Januar. Dies zeugt von einer deutlichen Erholung der dortigen Nachfrage.

Gold handelt aktuell bei 1.265,70 US-Dollar pro Unze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche
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Quelle: stockcharts.com

Ausblick
Die Preisentwicklung der letzten Woche macht deutlich, dass sich der Papiergoldmarkt längst massiv vom physischen Goldmarkt abgekoppelt hat. Die in den letzten Wochen am Papiergoldmarkt verkaufte Menge an Gold entspricht nicht den aktuell realen Gegebenheiten.Eine Menge von 331 Tonnen entspricht rund 5,5 Wochen der gesamten weltweiten Goldminenproduktion.

Zum Vergleich: die beiden größten Nachfrageländern China und Indien haben in diesem Jahr im Durchschnitt 70 bzw. 37 Tonnen pro Monat importiert. Indien alleine bräuchte also knapp 10 Monate um die jüngsten Verkäufe physisch tatsächlich zu absorbieren. Jetzt wo ein Großteil des spekulativen Kapitals den Papiergoldmarkt verlassen (und möglicherweise dafür in den physischen Goldmarkt eingestiegen ist), kann der Goldpreis sich wieder an die realen Gegebenheiten anpassen. Hier sehen wir eine weiterhin steigende Nachfrage, was sich früher oder später auch in wieder steigenden Preisen wiederspiegeln wird.






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