Mittwoch, 18.01.2017
von Miriam Kraus in Rohsoff Daily

Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 21.11.-28.11.2016: Erdöl und Gold

Miriam Kraus - Redaktion Investor Verlag

Miriam Kraus - Redaktion Investor Verlag

Liebe Leserin, lieber Leser, die Ölpreise sind in der vergangenen Woche zurückgekommen und standen vor allem zum Ende der Woche deutlich unter Druck. Offensichtlich sinken die Erwartungen an die Möglichkeit der OPEC tatsächlich eine bedeutsame Produktionskürzung vornehmen zu können.

Am Mittwoch soll die schicksalhafte Sitzung der OPEC stattfinden, bei der das Kartell sich angeblich auf Produktionskürzungen einigen will. Doch das dürfte schwerer sein, als das Kartell vorgibt. Letztendlich müsste die OPEC die Förderung um rund 1 Million Barrel pro Tag zurückfahren, damit das aktuelle Überangebot angegangen werden kann.

Saudi-Arabien alleine könnte davon eine Produktionskürzung in Höhe von 500.000 Barrel pro Tag tragen, das entspräche dann in etwa dem Level, welches das Land üblicherweise im Winter produziert. Dann müssten die mit Saudi-Arabien verbündeten Golfanrainerstaaten den Rest tragen. Denn es ist kaum davon auszugehen, dass weitere OPEC-Länder ebenfalls Förderkürzungen vornehmen. Allenfalls - und das wäre eine weitere Voraussetzung für die „OPEC-Produktionskürzung" - müssten die übrigen OPEC-Staaten ihre Förderung auf dem jeweils aktuellen Niveau einfrieren.

Auch Russland würde allenfalls keine weitere Produktionsausweitung im kommenden Jahr vornehmen, wie Russlands Energieminister Nowak bekannt gab. Damit müsste dann aber der Plan, wie ihn der aserbaidschanische Ölminister ins Spiel gebracht hat, wonach die OPEC die Nicht-OPEC-Länder bitten will ihre Produktion ebenfalls um 880.000 Barrel pro Tag einzufrieren ad acta gelegt werden. Meines Erachtens nach hat dieser Plan generell nur wenig Aussicht auf Erfolg.

Aufgrund der wachsenden Zweifel an einem erfolgreichen Abschluss der kommenden OPEC-Sitzung dürften die spekulativen Marktteilnehmer zuletzt vermehrt Long-Positionen abgebaut haben, was zu dem letzten Preisdruck beigetragen hat.

Brent zur Lieferung im Januar handelt aktuell bei 47,12 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im Januar notiert aktuell bei 46,00 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick
Selbst wenn es der OPEC gelingen sollte sich auf eine Förderkürzung in Höhe von 1 Million Barrel pro Tag zu verständigen, wird damit keinesfalls das künftige Überangebot angegangen. Zumal sich der ärgste Konkurrent der OPEC die USA wohl kaum auf eine Förderkürzung einlassen werden. Ganz im Gegenteil ist in den USA eher mit einer steigenden Produktion zu rechnen.

Davon zeugen zum einen die steigenden Ölbohrungen. Diese sind laut Baker Hughes in der letzten Woche zum 19. Mal in den vergangenen 21 Wochen gestiegen und haben den Rückgang der ersten 5 Monate fast schon wieder komplett wett gemacht. Überdies hat der designierte US-Präsident Trump bereits angekündigt, er wolle sämtliche Restriktionen gegenüber der US-Schieferöl-, -Schiefergas und -Kohleproduktion wieder aufheben.

Edelmetalle: Gold
Der Goldpreis stand auch in der vergangenen Woche unter Druck und sank unter die psychologisch bedeutsame Marke bei 1.200 US-Dollar pro Unze, was zu Anschlussverkäufen führte.

Grund dafür dürften in erster Linie die steigenden Zinsen in den USA sein. Dort sind Renditen auf 10-jährige Staatsanleihen in nur 2 Wochen seit der Präsidentschaftswahl von 1,7% auf 2,4% p.a. gestiegen.

Aufgrund der massiven Ausgabenprogramme, welche die kommende Trump-Regierung propagiert sind die Inflationserwartungen deutlich gestiegen. Das weckt die Erwartung auf mehrere Zinsanhebungen durch die US-Notenbank FED in den kommenden Monaten.

Da Gold keine Zinsen abwirft, trennen sich entsprechend überwiegend spekulativ orientierte Marktteilnehmer von ihrem „Papiergold" und setzen stattdessen wieder verstärkt auf Anleihen.

Gold handelt aktuell bei 1.183,60 US-Dollar pro Unze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick
Während sich zwar die Spekulanten verstärkt aus dem Goldmarkt zurückziehen, steigt aufgrund des niedrigen Preisniveaus allerdings das physische Kaufinteresse deutlich an. Dies zeigt sich bereits im Ansatz in China.

Dort sind die Goldimporte aus China, laut Daten Hongkonger Statistikbehörde, im Oktober um 16% gegenüber dem Vormonat gestiegen. Auch Russland, Katar und Kasachstan haben zuletzt wieder mehr Gold gekauft.






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