Freitag, 24.02.2017
Miriam Kraus in Rohstoff Daily

Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 26.09.-04.10.2016: Erdöl und Gold


Miriam Kraus - Redaktion Investor Verlag

Miriam Kraus - Redaktion Investor Verlag


Liebe Leserinnen und Leser, die Ölpreise haben sich in der vergangenen Woche deutlich erholt. Brent konnte dabei wieder über die Marke von 50 US-Dollar pro Barrel steigen. Grund dafür ist die überraschende Einigung der OPEC bei ihrem Treffen in Algerien auf eine Produktionskürzung.


Energie: Erdöl

Die OPEC hat sich letzte Woche auf eine Produktionskürzung in Höhe von 800.000 Barrel Öl pro Tag geeinigt. Die Hauptlast dabei wird wohl Saudi-Arabien tragen, denn dem Iran, Nigeria und Libyen wurden seitens des saudischen Energieministers al-Falih Ausnahmeregelungen zugestanden.

Schon im Vorfeld wurde von einigen Produzenten die grundsätzliche Bereitschaft zur Begrenzung des Produktionsanstieges signalisiert, was den Preisen Unterstützung bescherte, ebenso wie erneute Anschläge in Nigeria und ein schwächerer US-Dollar.

Auch aus den USA boten die neuesten Lagerbestandsdaten den Ölpreisen Unterstützung. Wie das US-Energieministerium bekannt gab, sind die US-Rohölbestände in der vorvergangenen Woche um 1,9 Millionen Barrel gesunken. Das entspricht dem vierten Wochenrückgang in Folge. Analysten hatten im Vorfeld einen Anstieg erwartet. Auch die Destillate-Bestände fielen um 1,9 Millionen Barrel. Dagegen stiegen aber die Benzin-Bestände um deutliche 2 Millionen Barrel an.

Brent zur Lieferung im Dezember handelt aktuell bei 50,13 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im November notiert aktuell bei 48,26 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Dennoch ist im Ölmarkt längst nicht alles Gold was glänzt. Zum einen ist es fraglich, ob die Produktionskürzung überhaupt zu einem ausgeglichenen Markt führen kann. Denn eine mögliche Verlangsamung der Nachfrage könnte die Produktionskürzungen zur Makulatur verkommen lassen.

So hat die Welthandelsorganisation WTO ihre Wachstumsprognosen für dieses und das kommende Jahr deutlich gesenkt. Für 2016 erwartet die WTO nun nur noch ein Weltwirtschaftswachstum von 1,7% und für 2017 ein Wachstum von 2,2%. Das entspricht dem geringsten Wachstum seit der Weltwirtschaftskrise von 2009.

Überdies könnte eine zu schnelle Erholung der Ölpreise aufgrund der OPEC-Einigung wiederum zu einer steigenden Produktion in den Nicht-OPEC-Staaten führen. Dies würde dann den ursprünglich vor 2 Jahren beschlossenen Plan Saudi-Arabiens den anderen Ölproduzenten Marktanteile abzujagen ad absurdum führen.

Edelmetalle: Gold

Der Goldpreis musste in der vergangenen Woche die Gewinne der Vorwochen zu einem großen Teil wieder abgeben. Positive US-Konjunkturdaten und ein dadurch bedingter festerer US-Dollar sind dafür ausschlaggebend. So hat sich das US-Verbrauchervertrauen im September aufgehellt und auch die US-Wirtschaft ist im 2.Quartal mit 1,4% zwar nicht besonders stark, aber dennoch stärker als erwartet gewachsen.

Überdies zeigten sich die chinesischen Goldimporte im August vergleichsweise verhalten. Wie die Hongkonger Statistikbehörde mitteilte, sind die Exporte nach China im August mit 50,5 Tonnen um 15% gesunken gegenüber dem Vorjahresmonat. Außerdem entspricht das Augustniveau dem niedrigsten Exportlevel nach China seit Januar.

Gold handelt aktuell bei 1.310,50 US-Dollar pro Unze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Auch wenn die chinesische Goldnachfrage durchaus preissensitiv ist, hat China in den ersten 8 Monaten dieses Jahres mit 555 Tonnen doch 15% mehr Gold importiert als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Überdies darf man nicht vergessen, dass die weltweite ultralockere Geldpolitik allerorten weiterhin fortgesetzt wird. Auch die immer wieder aufgeschobene nächste Zinserhöhung in den USA passt in dieses Muster. Langfristig wird dies dem Goldpreis generell Unterstützung bieten.Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 26.09.-04.10.2016: Nickel und Zucker

Industriemetalle: Nickel

Der Nickelpreis konnte in der vergangenen Woche zunächst deutlich zulegen, bevor das allgemein schwache Marktumfeld in den Industriemetallen gekoppelt mit einem stärkeren US-Dollar und schwachen Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft die Preise zum Ende der Woche wieder unter Druck setzten.

Dabei droht dem Nickelmarkt in diesem Jahr ein massives Defizit, nachdem die Philippinen unter der neuen Regierung Duterte in der letzten Woche angekündigt haben, neben den 10 bereits stillgelegten Minen, 20 weitere Minen zu schließen, sofern angeprangerte Umwelt- und oder sozialen Missstände nicht innerhalb der nächsten Tage behoben werden. Hierbei handelt es sich überwiegend um Nickelminen. Die bereits geschlossenen und zur Schließung anstehenden Nickelminen stehen zusammen für rund die Hälfte der philippinischen Nickelproduktion.

Damit sind rund 11% des weltweiten Nickelangebots bedroht vom Markt genommen zu werden. Dies vergrößert das bereits bestehende Angebotsdefizit im globalen Nickelmarkt noch weiter.

Nickel handelt aktuell bei 4,64 US-Dollar pro Pfund.

Nickelpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

1 Week Nickel Prices - Nickel Price Chart

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Quelle: infomine.com

Ausblick

Der Nickelpreis dürfte angesichts der fundamentalen Ausgangslage weiterhin übergeordnet Unterstützung finden.


Agrarrohstoffe: Zucker

Der Zuckerpreis konnte in der vergangenen Woche zunächst weiter zulegen, bevor Gewinnmitnahmen zum Ende der Woche den Preis wieder unter Druck setzten.

Zu Beginn der Woche hatten die Analysten von Platts Kingsman ihre Prognose für das Defizit im Zuckermarkt in der im Oktober beginnenden Saison 2016/17 um 570.000 Tonnen auf 6,45 Millionen Tonnen angehoben. Damit ist das Defizit in 2016/17 um 1,24 Millionen Tonnen höher als in 2015/16. Grund dafür ist die schwache brasilianische Zuckerproduktion, die bereits seit April läuft, aber zur neuen Saison dazu zählt. Ausschlaggebend dafür ist die Trockenheit der letzten Monate.

Auch andere Marktteilnehmer erwarten für den Zuckermarkt in 2016/17 ein massives Defizit. Die Internationale Zuckerorganisation beziffert dieses sogar auf 7 Millionen Tonnen.

Zucker zur Lieferung im März 2017 handelt aktuell bei 22,56 US-Cent pro Pfund an der ICE.

Zuckerpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Der Zuckerpreis dürfte auch weiterhin gut unterstützt bleiben, allerdings besteht auch weiterhin ein Risiko für zwischenzeitliche Rücksetzer aufgrund der hohen Netto-Long-Position der Spekulanten, welche den Preis bei Gewinnmitnahmeaktionen deutlich drücken können.

So long liebe Leser....damit verabschiede ich mich für heute und wünsche Ihnen noch einen erfolgreichen Start in die verkürzte Woche...liebe Grüße...

Ihre Miriam Kraus






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