Samstag, 28.05.2016
Fortbestand nicht gesichert

Rubicon Minerals vor dem Kollaps

Es sieht nach einem Ende mit Schrecken aus: Rubicon Minerals (WKN 811961) steht kurz vor dem Zusammenbruch, nachdem das Goldprojekt des Unternehmens auf Grund technischer Probleme auf Eis gelegt wurde und man so Bedingungen der Kreditgeber nicht erfüllen konnte.

Auf dem Phoenix-Projekt; Foto: Rubicon Minerals

Auf dem Phoenix-Projekt; Foto: Rubicon Minerals

Rubicon teilte am gestrigen Dienstag mit, dass es „erhebliche Zweifel“ gebe, dass der Fortbestand des Unternehmens zu sichern sei und man sich deshalb möglicherweise einem Insolvenzverfahren unterziehen müsse.

Um die Bedingungen der Kreditgeber zu erfüllen, hätte die Phoenix-Mine des Unternehmens mittlerweile nämlich in Betrieb sein müssen. Doch das ist nicht geschehen, da Rubicon die Entwicklungsarbeiten an dem Projekt einstellen musste. Als man nämlich untertage ging, musste man feststellen, dass die Geologie des Projekts wesentlich komplexer war als zuvor gedacht. Im Januar musste Rubicon dann seine Ressourcenschätzung für Phoenix um drastische 88% reduzieren, da die Vererzung sich nicht wie erwartet fortsetzte.

Und die finanzielle Lage des Unternehmens ist katastrophal. Rubicon verfügt über nur 22,3 Mio. Dollar Cash bei Verbindlichkeiten von 70 Mio. Dollar und einem negativen Betriebsvermögen von fast 180 Mio. Dollar. Man befinde sich zwar in Gesprächen mit dem Canada Pension Plan Investment Board, das den gesicherten Kredit vergeben hat, doch gebe es keine Garantie, dass dieser seine Rechte gemäß der Kreditvereinbarung nicht ausübt, nachdem Rubicon die Bedingungen verletzte, so das Unternehmen. Man prüfe alle strategischen Initiativen hieß es weiter und Ende vergangenen Monats habe der CPP noch erklärt, nicht zu planen, seine Rechte sofort auszuüben.

Rubicon hatte mehr als 700 Mio. Dollar bei Investoren aufgenommen und dann, ohne zuvor eine Machbarkeitsstudie zu erstellen, die eine genauere Abbildung der Lagerstätte erfordert hätte, versucht in Produktion zu gehen. Einige Experten sorgten sich schon damals, dass das Unternehmen keine ausreichenden Explorationsaktivitäten unternommen habe und ihre Bedenken wurden bestätigt, als Rubicon die Entwicklung auf Eis legte und die Ressourcenschätzung zusammenstreichen musste.

Um das Phoenix-Projekt zu retten, sind nach Aussage von Rubicon weitere Explorationsarbeiten nötig, doch das würde bedeuten, mehr Kapital aufzunehmen. Und die Investoren sind nicht gerade erpicht darauf, dem Unternehmen noch mehr Geld anzuvertrauen, nachdem sie fast all ihre Investitionen verloren haben.

Die Aktie, die 2010 ein Hoch von 6 Dollar verzeichnete, ist jetzt nur noch 6,5 Cent Wert. Am gestrigen Dienstag meldete Rubicon zudem für 2015 einen Verlust von 355,9 Mio. Dollar. Darin enthalten waren Abschreibungen in Höhe von 203,5 Mio. Dollar auf Liegenschaften, Anlagen und Ausrüstung.






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