Angebotsdefizit droht
Rückgang der Kupferproduktion treibt die Preise
Die weltweite Kupferproduktion ist in der ersten Hälfte 2010 deutlich gefallen. Ein Zehntel der globalen Minenproduktion sank gegenüber den Vorjahreswerten um 6%, was für die kommenden Monate ein enges Verhältnis von Angebot und Nachfrage bedeuten könnte.
Einige der größten Kupferproduzenten der Welt wie Rio Tinto, Freeport McMoRan Copper & Gold und BHP Billiton mussten in den ersten sechs Monaten einen Rückgang der Produktion hinnehmen. Produktionsprobleme, zurückgehende Erzgehalte und eine langsamere Wiederinbetriebnahme bei Minenkapazität, die auf Grund der Wirtschaftskrise 2008 stillgelegt wurde.
Die Experten von Morgan Stanley sind ebenfalls der Ansicht, dass die aktuellen Produktionszahlen, darauf hindeuten, dass sich auf der Angebotsseite Probleme entwickeln. Und laut der International Copper Study Group (ICSG) wird die Kupferproduktion 2010 auf 18,5 Mio. Tonnen geschätzt. Verschiebungen und Verzögerungen bei vielen Projekten auf Grund der Wirtschaftskrise sollten zudem zu einer langsameren Wachstumsrate bei der Minenproduktion im kommenden Jahr führen, hieß es weiter. Diese werde nur noch 2.9% (500.000 Tonnen) auf rund 19 Mio. Tonnen betragen.
Hinzu kommen fundamentale Probleme wie die Tatsache, dass viele der großen Minen Anzeichen des Alters zeigen. Wie zum Beispiel die größte Kupfermine der Welt Escondida in Chile, bei der die Produktionsraten sinken. BHP Billiton, das Unternehmen hält 57,5% an dem Projekt,prognostizierte einen Produktionsrückgang von 5 bis 10% im laufenden Jahr, vor allem auf Grund niedrigerer Erzgehalte. Das könnte laut der Analysten von BMO Nesbitt Burns in Toronto 80.000 bis 100.000 Tonnen Kupfer aus dem Markt nehmen. Was wiederum bereits Ende dieses Jahres zu einem Angebotsdefizit führen könne.
Die Lagerbestände in Lagerhäusern, die von der London Metal Exchange (LME) überwacht werden, stehen bei derzeit rund 409.000 Tonnen, was einen Rückgang von mehr als 26% gegenüber den 555.000 Tonnen im Februar darstellt. Es sei ein Zeichen dafür, dass das Angebot auf den Märkten weltweit knapper werde, so BOM weiter.
Auch die Scotiabank sieht den Grund für das anhaltend hohe Niveau der Kupferpreise darin, dass in den vergangenen fünf Jahren die Entwicklung neuer Kupferminen nur unwesentlich vorangekommen sei. Was die Kupferpreise auch kurzfrsitig hoch halten sollte.
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