Montag, 16.01.2017
Carsten Müller in Rohstoff Daily

So profitiert Gold vom Dilemma der Notenbanken

Lieber Leser, das, was die Notenbanken rund um den Globus veranstalten, ist der berüchtigte Tanz auf dem Vulkan. Wenn Sie als Anleger heftige Bauchschmerzen dabei haben, was die angeblichen Währungshüter in den letzten Jahren aus ihren geldpolitischen Zauberkästen herausholten, können Sie sich gratulieren.

Denn auch, wenn Sie sich derzeit als Mitglied einer Minderheit wähnen, so ist Ihnen im Gegensatz zu vielen Politikern und institutionellen Investoren noch nicht der gesunde Menschenverstand abhandengekommen.

Warum diese harschen Worte? Um es kurz auf den Punkt zu bringen: Wenn die Notenbanken nicht bald von ihrem jetzigen geldpolitischen Fahrplan abrücken, dürfte die folgende Katastrophe nur noch größer ausfallen.

Das ultrabillige Geld fließt in die falschen Kanäle

Denn die Fehl-Allokation, die wir seit Jahren dank des ultra-billigen Geldes und nun auch noch negativen Zinsen erleben, wird kaum auf normalem Wege abgebaut werden können. Vielmehr ist der berühmte große Knall zu erwarten.

Was bedeutet in diesem Fall Fehl-Allokation? Hierzu müssen Sie wissen, dass die Geldpolitiker natürlich die niedrigen Zinsen und sämtliche anderen begleitenden Maßnahmen ursprünglich unter der Voraussetzung anstießen, dass das zusätzliche Geld im realen Wirtschaftskreislauf landet.

Statt Real-Kredite gab es kreditfinanzierte Spekulationen

Sprich: Es war erwartet worden, dass insbesondere die Kreditvergabe an Unternehmen und Verbraucher deutlich zunimmt. Wäre dies geschehen, hätten Unternehmen und Konsumenten mehr investiert, die Preise wären gestiegen und ein positives Wirtschaftswachstum wäre von - im besten Fall - Inflationsraten im jeweiligen Zielkorridor der Notenbanken begleitet worden.

Stattdessen: Während die Kreditvergabe trotz leichter Besserungen immer noch als anämisch zu bezeichnen ist, gab es nur in einem Bereich wesentliche Preissteigerungen -bei den Vermögenswerten, also vor allem Aktien, Anleihen und Immobilien. Was auch nicht wundert, denn die jeweiligen Investoren konnten sich dank der niedrigen Zinsen billig bis billigst verschulden.

Notenbanken: In der eigenen Falle gefangen

Das Problem: Sollten die Notenbanken tatsächlich in ihrer Geldpolitik umschwenken, würde dieses kreditfinanzierte Kartenhaus in sich zusammenfallen. Wobei gilt: Je länger der Trend, umso schärfer dürfte am Ende die Korrektur ausfallen.

Die Notenbanken stehen entsprechend vor einem Dilemma: Auf der einen Seite steht die Erkenntnis, mit den bisherigen Maßnahmen nicht die Ziele erreicht zu haben (Wachstum und Inflation). Auf der anderen Seite würde ein Umschwenken heftigste Marktverwerfungen ergeben.

So dürften die Währungshüter quasi die letzte Option ziehen und die heißt Staatsfinanzierung über die Notenpresse. In der Politik finden solche Überlegungen schon ein offenes Ohr, hier als Beispiele die Ausgaben-Programme des US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump oder die Diskussion um ein Ende der Sparpolitik in der Eurozone.

Gold bleibt sicherer Hafen

Für mich ist das nur eine Frage der Zeit, bis hier wieder die Geldschleusen von Staatsseite aufgestoßen werden. Doch das ist letztlich positiv für Gold und andere Edelmetalle, die im besten Wortsinn wert-konservativ sind. Denn es ist anzunehmen, dass schuldenfinanzierte Staatsausgaben die Inflation kaum kontrollierbar anheizen werden. Für Aktien, Anleihen und andere inflationssensitive Vermögenswerte brechen dann schwere Zeiten an.

Mein Fazit: Dank des Irrweges von Notenbanken und Politik bleibt Gold in seiner Favoritenrolle als sicherer Hafen. Wollen Sie Ihr Geld vor den kommenden Turbulenzen schützen, führt kein Weg am Edelmetall vorbei.

Mit besten Grüßen

Ihr Carsten Müller






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