Freitag, 27.05.2016
Analysten positiv gestimmt

Wie der sinkende Eisenerzpreis den Seltenen Erden auf die Sprünge helfen kann

Um gegen illegalen Bergbau und Umweltverschmutzung vorzugehen sowie die größtenteils wenig technisierte Branche zu modernisieren, hatte China 2014 seinen Seltene Erden-Sektor in sechs großen Organisationen konsolidiert.

Seltene Erden-Proben

Seltene Erden-Proben

Der mit weitem Abstand größte Produzent von Seltenerdelementen ist dabei die China North Rare Earth Group, die ehemalige Inner Mongolia Baotou Steel Rare-Earth (Group) Hi-Tech. CNREs gigantische Mine Bayan Obo produzierte mehr Seltene Erden als der Rest der Minen weltweit zusammen – und zwar als Beiprodukt des Eisenerzabbaus. Die Lagerstätte, die 470 Mio. Tonnen Eisenerz umfasst, wurde 1927 entdeckt und die Seltenerdelemente rund ein Jahrzehnt später. Einigen Schätzungen zufolge weist Bayan Obo mit über 40 Mio. Tonnen mehr als 70% der nachgewiesenen SEE weltweit auf.

Nachdem vor etwas mehr als einem Jahr fünf Betriebe zur Separierung und Affinerie von Seltenerdelementen konsolidiert wurden, verfügt CNRE über eine Gesamtverarbeitungskapazität von 73.500 Tonnen pro Jahr. Dem steht eine weltweite Minenproduktion von rund 110.000 Tonnen gegenüber, wobei der illegale Abbau teilweise auf bis zu 40.000 Tonnen geschätzt wird.

Nun ist der Preis für eine Tonne Eisenerz wieder unter die Marke von 40 USD pro Tonne zurückgefallen. Das ist ein Preisniveau, wie man es zuletzt 2007 gesehen hat und bedeutet ein Minus von 8% im bisherigen Jahresverlauf 2016, nachdem der Eisenerzpreis schon 2015 um fast 40% gefallen war. Die Flut an neuem, billigen Angebot vor allem aus Australien und Brasilien hat kleinere Produzenten hart getroffen, doch auch viele Minen in China kämpfen mit niedrigen Gehalten (von nur ungefähr 20%) und hohen Produktionskosten.

Schätzungen zufolge verschwanden im vergangenen Jahr deshalb ungefähr 8% der Eisenerzproduktion in China vom Markt. Da sich bislang keine Erholung abzeichnet, wird auch für 2016 mit einer ähnlichen Entwicklung gerechnet.

Angesichts dessen gehen die Experten von Capital Economics davon aus, dass der geringere Eisenerzausstoß, der die SEE-Produktion reduzieren könnte – insbesondere die Cerium-Produktion –, zusammen mit der anhaltenden Konsolidierung der chinesischen Seltenerdelementbranche und neuerlichen Maßnahmen gegen den illegalen Abbau das neue Angebot aus China begrenzen dürfte.

Nach Ansicht von Capital Economics sollte zudem ein 6%iger Anstieg der Nachfrage vor allem in den Bereichen Katalysatoren und Magneten 2016 zu einem Anstieg des Ceriumpreises führen. Die Nachfrage aus dem Hauptverwendungsbereich von Cerium, dem Polieren und Färben von Glas, soll um 4% steigen, so die Experten.

Und ein solider Ceriumpreis, erläutert Capital Economics, würde bedeuten, dass andere, wertvollere, aber weniger häufiger auftretende Seltene Erden ebenfalls rentabel abgebaut werden könnten, da die Wirtschaftlichkeit eines Projekts so insgesamt steige. Und Cerium, zusammen mit Neodym dem zweitwichtigsten Element, das auf Bayan Obo produziert wird, macht mehr als 50% der Gesamtnachfrage aus.

Capital Economics ist optimistisch für Cerium und sagt voraus, dass sich der Preis für Ceriumoxid von aktuell 1,68 USD pro Kilogramm auf zunächst 2,50 und dann bis Ende 2017 auf 4,50 USD pro Kilogramm erholen wird.






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