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Wenn man den Silbermarkt betrachtet, müsste einem eigentlich Angst und Bange für den Feinunzenpreis des Edelmetalls werden. Die Profis sind jedenfalls bearish wie lange nicht für den Rohstoff, gemessen an den Shortpositionen. Wie aus einer aktuellen Statistik der CFTC hervor geht, liegt der Umfang der Shortpositionen quasi auf Allzeithoch. Zugleich sind die Netto-Longpositionen beim Silber mit 9,85 Millionen Unzen auf einem Tief angelangt, der Umfang beträgt gerade einmal 2 Prozent (!) des Allzeithochs für die Netto-Longpositionen.

Eine derartige Ausgangslage lässt Erwartungen entstehen, dass ein „short squeeze“ möglicherweise bevorstehen könnte. Das ist nicht unberechtigt: So weisen die Analysten der UBS in einem aktuellen Marktkommentar zu Edelmetallen darauf hin, dass der Silberpreis mit dieser Ausgangslage deutlich anfälliger sei, falls es zu positiven Nachrichten komme. Das Problem: Was ein solcher Auslöser für steigende Kurse sein könnte, sei schwer zu fassen, warnen die Analysten der UBS.

Charttechnisch geht es derweil trotz der brisanten Ausgangslage beim Silber eher „langweilig“ zu, was die Position der UBS-Analysten zu den fehlenden Katalysatoren unterstreicht. Immerhin: Oberhalb von 15,07/15,20 Dollar hat sich beim Feinunzenpreis eine klare Unterstützung aufgebaut, die zuletzt Mitte des vergangenen Jahres unterschritten wurde und seit dem schnellen Rebreak nicht mehr ernsthaft in Gefahr kam. Stattdessen sind um 15,62/15,64 Dollar und bei 16,13/16,28 Dollar weitere Supportzonen entstanden. Nach oben hin ging indes wenig. Ein Anstieg über 16,80/16,83 Dollar und die 17-Dollar-Marke könnte für positive Kursimpulse beim Silber sorgen.

Gold: Optimismus an der Börse ist begrenzt

Der Blick auf die Marktverfassung beim Gold zeigt eine doch deutlich unterschiedliche Ausgangslage im Vergleich zum Silber. Zwar ist das Niveau der Netto-Longpositionen zuletzt auf ein neues Jahrestief gefallen und liegt bei 53 Prozent des Allzeithochs, doch verglichen mit anderen Edelmetallen ist das der höchste relative Wert, wie die UBS anmerkt. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass die Netto-Longpositionen laut Marktdaten zuletzt um 3,89 Millionen Unzen auf 19,63 Millionen Unzen fielen und auch der Wert von 53 Prozent des Allzeithochs nicht gerade für einen überbordenden Optimismus im Goldmarkt spricht.

Auch charttechnisch bietet sich beim Goldpreis ein völlig anderes Bild: Die Feinunze verzeichnete seit Ende 2016 eine deutliche Aufwärtsbewegung. Zwar konnte der Goldpreis im Zuge dieser Bewegung das Mehrjahreshoch bei 1.392,60 Dollar nicht überwinden, doch die breite charttechnische Widerstandszone, die sich unter dieser schon 2014 erreichten Marke erstreckt, liegt in Reichweite. Der Blick auf den Chart des Gold-Futures zeigt Hürden zwischen 1.356/1.365 Dollar und 1.374/1.378 Dollar, bevor das Mehrjahreshoch in den Blickpunkt käme.

Ein Ausbruch hierüber auf neue Mehrjahreshochs wäre also ein starkes Kaufsignal für den Goldpreis. Ob eine solche Entwicklung das Silber mitziehen könnte, nachdem dieses seit längerem eine deutliche Underperformance zum Goldpreis aufweist, bleibt abzuwarten. Reißt Gold das Silber bei einem Kaufsignal mit, könnte dies indes genau das Signal sein, dass die UBS-Analysten derzeit vermissen.

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