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Veggie Burger sind in aller Munde. McDonalds hat seit kurzem einen Gemüseburger im Programm und bald wird auch Burger King mit einem „Veggie Whopper“ nachziehen. Die gute Nachricht für Vegetarier lautet: Die Konzerne meinen es wohl ernst, denn es geht nicht nur ums Image, sondern ums Geschäft.

Prominente Investoren wie Bill Gates oder Leonardo DiCaprio engagieren sich seit Jahren für Alternativen zum klimaschädlichen Fleischkonsum. Das Thema Fleischalternativen und Proteine wird inzwischen „sizzling hot“ am Kapitalmarkt gehandelt. Vor wenigen Tagen hat das amerikanische Start-Up Impossible Foods 300 Mio. USD von Investoren eingesammelt. Kurz zuvor hatte der direkte Wettbewerber Beyond Meat – mit Unterstützung von Goldman Sachs – bei einem spektakulären Börsengang 241 Mio. USD aufgenommen.

Beyond Meat wirbt für sich mit dem Slogan: „The future of Protein“. Der Börsenwert des Unternehmens liegt inzwischen nahe bei 5 Mrd. USD und damit mehr als 200 Prozent über dem IPO Preis. Barron’s, der amerikanische Börsendienst, spekuliert schon darüber, ob Beyond Meat und Impossible Foods die neuen Coke und Pepsi für Veggiefleisch („Alternative Meat“) werden könnten.

Burcon’s Innovation ist eine vegetarische Revolution

Mitten in diese Gemengelage platzt der kanadische Spezialist für Pflanzenproteine Burcon NutraScience (TSX: BU; FRA: WKN 157793) mit einer bahnbrechenden Innovation. Das Unternehmen möchte erstmals Rapsprotein für den menschlichen Verzehr produzieren und durch die Mischung seiner hochwertigen pflanzlichen Proteine auf der Basis von Erbsen und Raps ein pflanzliches Super-Protein auf den Markt bringen, das ernährungsphysiologisch eins zu eins die Qualität von tierischem Eiweiß erreicht. Technisch gesprochen liegt das Geheimnis in der Kombination von essentiellen Aminosäuren, wobei sich die Profile von Erbsen- und Rapsprotein hervorragend ergänzen. Das ist nichts weniger als vegetarische Revolution.

Nach 20jähriger Entwicklungsarbeit verfügt Burcon über ein patentiertes Extraktionsverfahren, das es erlaubt, pflanzliche Proteine in bisher nicht gekannter Reinheit zu gewinnen, ohne dass diese bei der Extraktion denaturieren. Bisherige Extraktionsverfahren gewinnen zwar Eiweiß, aber sie zerstören die Eiweißstruktur durch Säure (wie bei der Verdauung). Im Unterschied dazu gewinnt Burcon das unbeschädigte Eiweiß und kann darüber hinaus sogar die verschiedenen Eiweiße trennen, die in Pflanzensamen enthalten sind. So wie ein Hühnerei Eigelb und Eiweiß enthält, so weisen die Samen von Erbse und Raps ebenfalls zwei klar unterscheidbare Eiweißbestandteile auf. Burcon hat den so gewonnenen Eiweißen eigene Namen gegeben und spricht bei der Erbse von den beiden Eiweißen Peazazz und Peazac, bei Raps analog von Supertein und Puratein. Als Zutat weisen die einzelnen Proteine ganz unterschiedliche Eigenschaften auf. Die einen eignen sich mehr zum Kochen, Braten oder Backen (Veggie Burger), die anderen für lösliche Proteindrinks (Mandelmilch). In jedem Fall sind es die Proteine, die das cremige Mundgefühl erzeugen oder die Sämigkeit beim Kochen bewirken, die maßgeblich zum genussvollen Essen beitragen.

40/60 Joint Venture steckt 65 Mio. CAD in neue Produktionsanlage

Burcon hat gestern kurz vor Börsenschluss auf einen Schlag drei Pressemitteilungen herausgegeben, nachdem es zuvor monatelang kaum Nachrichten gab. CEO Johann Tergesen spricht von einem „transformational event“. Pressemitteilung eins erklärt den technischen Durchbruch bei der Kombination von Erbsen- und Rapsprotein (siehe oben), die Mitteilung Nummer zwei erläutert die Gründung einer Produktionsgesellschaft in Form eines 40/60 Joint Ventures und Mitteilung Nummer drei handelt von der Finanzierung im Wege einer Bezugsrechtsemission.


https://www.burcon.ca/2019/05/burcon-introduces-nutratein-plant-protein-ingredients-new-pea-canola-protein-blends-provide-protein-quality-equivalent-to-or-exceeding-dairy-and-meat/
https://www.burcon.ca/2019/05/burcon-to-build-65-million-pea-and-canola-protein-production-plant/
https://www.burcon.ca/2019/05/burcon-announces-rights-offering-3/

Burcon will mit einem noch nicht namentlich genannten Joint Venture Partner eine Produktionsstätte für seine hochwertigen Pflanzenproteine bauen. Die Investition soll insgesamt 65 Mio. CAD betragen, wobei Burcon für einen 40-Prozent-Anteil am Joint Venture nur einen Anteil von 12,3 Prozent an den Investitionen aufbringen muss, also rund 8 Mio. CAD. Weitere 16 Mio. CAD übernimmt der Partner und der beträchtliche Rest soll offenbar aus öffentlichen Fördertöpfen kommen. Obendrein hat Burcon noch eine 20-jährige Lizenz für die Produktion seiner Proteine vereinbart. Die Anlage soll jährlich 20.000 Tonnen Erben verarbeiten können und rund 4.000 Tonnen an Protein erzeugen. Die Produktionsanlage ist von vornherein so ausgelegt, dass sie leicht erweitert  werden kann.

Burcon will seine Beteiligung am Joint Venture durch eine Bezugsrechtsemission finanzieren. Bestehende Burcon-Aktionäre sollen pro Aktie das Recht erhalten, je eine weitere Aktie zu einem festen Bezugspreis von 0,35 CAD zu erwerben. In Summe möchte Burcon 15,2 Mio. CAD an frischem Kapital aufnehmen und damit zugleich seine Schulden in Höhe von 3,5 Mio. CAD vollständig tilgen. Als Stichtag für die Zuteilung von Bezugsrechten gilt der 30 Mai 2019. Anschließend sollen die Bezugsrechte an der Börse handelbar sein.

Beim heutigen Aktienpreis von 0,75 CAD hätten die handelbaren Bezugsrechte einen theoretischen inneren Wert von 0,40 CAD pro Aktie. Dem Vernehmen nach ist das Interesse von Investoren groß, an der Finanzierung teilzunehmen. Der einzige Weg, den Burcon bietet, ist der Kauf der Aktie über die Börse bzw. später der Erwerb von Bezugsrechten ebenfalls über die Börse. Das sollte für große Transparenz sorgen. Es wäre nicht verwunderlich, wenn das Aufsehen rund um Beyond Meat und Impossible Foods auch Burcon nutzen könnte. Fest steht: So viel Aufmerksamkeit wie heute, hatte das Thema pflanzliche Proteine an der Börse wohl noch nie.

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