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Liebe Leserin, lieber Leser, es ist amtlich: auch in 2016 ist die Goldnachfrage weiter gestiegen. Besonders die Investmentnachfrage stieg deutlich weiter an, wie das World Gold Council berichtet. Geht das auch in 2017 weiter?

China und Indien: Unsicherheit und Absicherungswillen treiben Goldnachfrage an
Indien, weltweite Nummer 2 der größten Goldnachfrageländer, wies im vergangenen Jahr 2016 insgesamt eine vergleichsweise verhaltene Goldnachfrage auf. Diese dürfte sich aber in 2017 dank der niedrigen Preise und einer verbesserten Einkommenslage der indischen Landbevölkerung nach der besseren Monsunsaison beleben.

In China dagegen zeigte sich bereits im vergangenen Jahr eine überaus starke Nachfrage nach Goldmünzen und Goldbarren. Tatsächlich war 2016 sogar das Jahr mit der stärksten chinesischen Barren- und Münzen-Nachfrage seit 2013. Sehen Sie hier:

Nachfrage nach Goldbarren- und Münzen in China: Nur 2013 war noch stärker

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Quelle: World Gold Council, Gold Demand Trends Full Year 2016

Aufgrund der wachsenden Einkommen der Mittelschicht, der Angst vor einer weiteren Abwertung der lokalen Währung und des Mangels an Anlagealternativen gehe ich überdies davon aus, dass die Nachfrage nach Münzen und Barren in China auch im nächsten Jahr wieder steigen wird. Zudem erschweren die Behörden in China mittlerweile den Kauf von Immobilien, nachdem die Immobilienpreise insbesondere in einigen Ballungszentren zu stark gestiegen waren. Entsprechend dürfte Gold als Absicherungs- und Investmentalternative weiter stark nachgefragt werden.

Hinzu kommt nun noch ein wachsender Unsicherheitsfaktor durch die neue US-Regierung. Sollte es hier zu wachsenden Spannungen in den bilateralen Beziehungen zwischen China und den USA und deren Handelsbeziehungen kommen, dürfte dies die Unsicherheit auch in der chinesischen Bevölkerung verstärken, was zu einer steigenden Nachfrage nach dem Sicheren Hafen Gold führt.

Goldpreis hat noch viel Spielraum nach oben
Die physische Goldnachfrage in Indien und China ist zudem stark preiselastisch. Eine vom World Gold Council nach dem Preisrückgang im Oktober durchgeführte Befragung von 1.000 chinesischen und indischen Verbrauchern ergab, dass rund 20% in China und sogar 33% in Indien mit ihren Goldkäufen in der Regel warten, bis die Preise sinken.

Da der Goldpreis erst seit Jahresbeginn wieder anzieht und noch weit von vergangenen Preisspitzen entfernt ist, gehe ich davon aus, dass die Nachfrage in China und Indien sich auch unter diesem Gesichtspunkt weiterhin stark zeigen wird.

Preiselastisch verhält sich auch die Nachfrage verschiedener Schwellenland-Zentralbanken. So hat beispielsweise Russland zuletzt seine Goldkäufe wieder massiv ausgeweitet. Aufgrund des weiterhin niedrigen Goldanteils in den Währungsreserven der Schwellenländer ist der Kauf von Gold aus Diversifikationsaspekten deshalb weiterhin naheliegend.

Gold: Investmentnachfrage weiterhin stark
Für höhere Goldpreise ist aber auch eine stärkere Investmentnachfrage notwendig. Im vergangenen Jahr unterstützte diese bereits die Aufwertung des Goldpreises um 8%. Tatsächlich erreichten gerade die Gold-ETFs und vergleichbaren Anlageprodukte die zweithöchsten Jahreszuflüsse seit 2009.

Da ich für 2017 nicht von einer erneuten bzw. höchstens von einer moderaten Aufwertung des US-Dollar, sowie eher sinkenden Anleiherenditen ausgehe, sowie einer wieder steigenden Inflation, die außerdem dafür sorgen sollte, dass die für Gold wichtigen Realzinsen niedrig bleiben, dürfte der Goldpreis in 2017 von dieser Seite weiterhin Unterstützung erfahren. Auch die ultralockere Geldpolitik der meisten westlichen Zentralbanken und zum Teil negative Realzinsen sollten den Goldpreis aufgrund der kontinuierlichen Vermögensabsicherung der Anleger weiter steigen lassen.

Fazit: Gold wird auch in 2017 weiterhin gefragt sein

Wie ich Ihnen in den letzten 2 Wochen schon dargelegt hatte bestehen eine Menge Faktoren die für eine weitere Aufwertung des Goldpreises sprechen. Neben der Erwartung sinkender US-Staatsanleiherenditen und einem eher schwachen US-Dollar, sprechen auch die fundamentalen Faktoren (neben der oben erläuterten zu erwartenden steigenden Nachfrage ist auch in 2017 weiterhin mit einem sinkenden Primärangebot aus den Minen zu rechnen, wie schon in den letzten Jahren) für einen steigenden Goldpreis.

Daneben bestehen weiterhin zahlreiche Unsicherheitsfaktoren , die jederzeit zu einem erneuten Anstieg der Risikoaversion an den Märkten führen können. Zu nennen sind die Wahlen in wichtigen EU-Ländern in 2017, aber auch der EU-Ausstieg Großbritanniens, sowie ein nicht auszuschließender Handelskrieg zwischen den USA und China und generell die unvorhersehbaren Handlungen des designierten US-Präsidenten Trump. Treten zusätzlich solche Risikofaktoren zutage, dürfte der Goldpreis in 2017 noch deutlich stärker aufwerten.

So long liebe Leser....damit verabschiede ich mich für heute und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag...wir lesen uns am Freitag zur Silber-Münzen-Reihe wieder...liebe Grüße..

Ihre Miriam Kraus

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